Nachhaltiges Qualitätsmanagement für Logistik, Transport und Verkehr


Die Anforderungen an Logistikunternehmen steigen stetig. Günstig soll es laut Kunden sein und möglichst effizient, Prozesse entsprechend schlank. Doch dabei wird der Schrei nach Nachhaltigkeit immer lauter. Dies bedeutet ein Umdenken sowie die Anpassung von Prozessen, Überarbeitung von Strukturen und Ausloten von Möglichkeiten innerhalb des Qualitätsmanagements. Doch Logistikunternehmen haben keine Wahl und müssen sich dieser Aufgabe stellen, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Das Qualitätsmanagement im Überblick

Das Qualitätsmanagement eines Unternehmens dient dazu, Prozesse zu bewerten, Produkte zu verbessern und insgesamt Maßnahmen so zu etablieren, dass diese zur Steigerung der Prozess- und Arbeitsqualität sowie der Produkt- und Dienstleistungsqualität beiträgt. War diese Funktion im Unternehmen bisher meist ausschließlich umsatz- und gewinngetrieben, müssen nun auch Faktoren wie Nachhaltigkeit in die Maßnahmen als neue Dimension eingeführt und berücksichtigt werden.

Möglichkeiten für nachhaltiges Qualitätsmanagement in Logistik, Transport und Verkehr

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Sein Qualitätsmanagement nachhaltig zu gestalten, scheint auf den ersten Blick recht komplex zu sein. Allerdings gibt es einige Richtlinien, die es erleichtern, Schritt für Schritt zu einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzept zu gelangen, dass zur entsprechenden Normierung verschiedener Geschäftsbereiche führt. Dazu gehören im Bereich Qualitätsmanagement in der Logistik die Systeme ISO 39001 (Road Traffic Safety Management), ISO 14001 (Umweltmanagement) sowie ISO 22301 (Betriebskontinuitätsmanagement). Insbesondere im Bereich Logistik, Transport und Verkehr gibt es zusätzlich einige Zertifizierungen, die Unternehmen helfen, Prozesse nachhaltiger zu gestalten.

  • Zertifizierung von Klimaneutralität (Carbon Neutral Certification): Hiermit wird die Klimaneutralität des Unternehmens bestätigt. Ein wichtiger Punkt für Logistikunternehmen. Denn immer mehr Kunden aber ebenso Endverbraucher legen Wert auf eine CO2-neutrale Lieferung und die Eindämmung von CO2-Emissionen im Allgemeinen. Dafür ist der sogenannte Standard PAS 2060 in einem vierstufigen Prozess zu absolvieren.
  • Sichere Transportmethoden zur Erhaltung des kulturellen Erbes (Zertifizierung EN 16648): Hierbei wird die Transportsicherheit von beweglichem Kulturgut (wie Museumsgegenstände) bescheinigt, die zum kulturellen Erbe beiträgt. Mit der Zertifizierung EN 15946 wird bescheinigt, dass auch die Verpackung sachgemäß erfolgt und ein möglicher Schaden der Güter verringert wird.
  • SQAS (Safety- & Quality-Assessment for Sustainability): Diese Zertifizierung dient zur Bescheinigung der Reduktion von Gefahren für Mensch und Umwelt beim Transport von Gefahrgütern.

Flexibilität steigern und unnötige Kapitalbindung vermeiden

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Unternehmen im Bereich Logistik, Transport und Verkehr brauchen viel Platz für die Lagerung von Verpackungsmaterialien, Industriepaletten, Blistern und Trays. Da diese für den Versand und Transport von Gütern und Waren unabdingbar sind, brauchen viele Logistiker riesige Lagerhallen und binden unnötiges Kapital. Ein nachhaltiger Ansatz ist es, auf Mietmodelle umzusteigen. So können benötigte Mehrwegbehälter just-in-time angefordert und eingesetzt werden, ohne dabei langfristig Kapital zu binden. Anbieter von Miet- und Lease-Modellen haben zudem den Vorteil, dass sie eine umfangreiche Produktpalette bieten, in denen Produkte beinhaltet sind, die normiert sind. Dazu gehören beispielsweise diese:

  • VDA Norm 4500: Kleinladungsträger-Boxen aus Kunststoff sind mit dieser Norm ausgezeichnet und ermöglichen so die Einbindung in automatisierte Prozesse (z. B. am Fließband)
  • UIC-Norm 435-2: Zählt zu den Qualitätsmerkmalen für die Klassifizierung von Europaletten.

Beide Normen tragen dazu bei, dass die Behälter und Träger vielseitig einsetzbar sowie vor allen Dingen wiederverwendbar sind. Durch den Mehrweg-Charakter wird ein weiterer wichtiger Aspekt der Nachhaltigkeit im Unternehmen forciert.

Frühzeitig mit der Umsetzung von Nachhaltigkeitskonzepten beginnen

Unternehmen im Bereich der Logistik, Transport und Verkehr, die sich nachhaltiger und damit zukunftssicher aufstellen wollen, sollten frühzeitig mit der Implementierung beginnen. Die Erreichung und der Erhalt der verschiedenen Zertifizierungen nimmt mitunter viel Zeit in Anspruch – und das nicht nur in Hinblick auf bürokratische Aufwände. Es geht dabei viel mehr um die ersten Umsetzungen innerhalb des Unternehmens, Schulungen von Mitarbeitern sowie die Umgestaltung der Unternehmensprozesse. Bereits etablierte Abläufe müssen stetig neu bewertet, hinterfragt und optimiert werden, Lieferanten geprüft sowie Schwachstellen weiterer Prozesse aufgedeckt werden, um ganzheitlich nachhaltig agieren zu können.

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