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Mit der Langzeitrevision der ISO-Normenfamilie (gültig seit 2000-12-15 ) sollen die einzelnen Normen dem aktuellen Stand der Entwicklung von QMSystemen angepasst werden. Es wird außerdem versucht, die derzeit auf über zwanzig Einzelnormen angewachsene “Normenfamilie” auf ein notwendiges Maß zu reduzieren und durch eine Vereinfachung der Begriffswelt für breite Anwenderkreise durchschaubarer zu machen. Die Gliederungsstruktur der Normen ISO 9000:2000 basiert auf einem Prozessmodell. Die Normen sollen auf alle Größen und alle Bereiche von Organisationen anpassbar sein.

Verträglichkeit mit den Umweltmanagement-Normen
Durch die Gliederung dieser Normen soll eine Verträglichkeit mit der Familie der Umweltmanagement-Normen ISO 14000ff. erreicht werden.Reduzierung der QM-Einzel-Normen auf ISO 9001:2000
Die bisherigen Einzelnormen ISO 9002:1994 und ISO 9003:1994 werden nicht revidiert, es wird keine 9002:2000 und keine 9003:2000 geben. Da sie inhaltsgleich mit ISO 9001 bis auf Einzelne Kapitel (Elemente) waren, wird für die 2000-er Version nur noch die 9001:2000 verwendet. Um kenntlich zu machen, dass eine Organisation keine Entwicklungsarbeiten durchführt, wird darauf im Handbuch der Organisation sowie auf dem QM-Zertifikat (falls das Unternehmen zertifiziert ist) hingewiesen.

Die neue ISO 9000:2000
Die ISO 9000:2000 enthält die bisherigen Inhalte von ISO 9000:1994 und ISO 8402 und beschäftigt sich mit den Grundlagen von QM-Systemen und den Begriffen, Benennungen und Definitionen zum Qualitätsmanagement.

Die neue ISO 9004:2000 stimmt in ihrer Gliederung mit ISO 9001 überein (ISO 9001:2000 und ISO 9004:2000 sind ein “konsistentes Paar”) und enthält Hinweise zur Leistungsverbesserung des Qualitätsmanagementsystems und des Unternehmens sowie zur Weiterentwicklung von Qualitätsmanagementsystemen auf dem Wege zu Business Excellence, z.B. nach dem EFQM-Modell.
Istdaten, Istleistungen, Istkosten Unter dem Begriff Istdaten werden alle Daten der vergangenen Periode(n) zusammengefasst. Istkosten sind die effektiv aufgetretenen Kosten einer Periode. Sie werden auf der Grundlage der Belege in den vorgelagerten Systemen Kreditoren -, Lohn -, Materialbuchhaltung sowie in der Sachbuchhaltung erfasst und der Kostenrechnung übergeben.

Dabei ist zu beachten, dass man die genauen Istkosten einer Periode nie wird exakt ermitteln können, da die echten
Kosten eines Anlagegutes erst nach dessen Liquidierung bestimmt werden können. Istleistung ist jene Leistung, die eine Kostenstelle im Berichtsmonat effektiv erbracht hat (gemäß Fertigungs- oder Lohnscheinen). Wird die Leistung in vorgegebenen Einheiten gemessen (Vorgabezeiten), spricht man von der Ist – Soll – Leistung; wird die effektiv
gearbeitete Zeit gemessen, spricht man von der Ist – Ist – Leistung. Werden sowohl die Ist – Soll – als auch die Ist – Ist – Leistung erfasst, lässt sich die Intensitätsgradabweichung berechnen. Die Istleistungen werden mittels Betriebsdatenerfassung (BDE) erhoben. Darunter versteht man ein Instrument zur Feststellung von Verbrauch und Leistung im betrieblichen Produktionsprozess, das manuell oder elektronisch betrieben werden kann.

Für die Erstellung der Kosten- und Leistungsrechnung werden die Leistungen der Kostenstellen (gemessen in Bezugsgrößeneinheiten erhoben, wobei die BDE belegen muss, welche Stelle für welche andere Stelle oder für welchen Auftrag wann wieviel geleistet hat. Diese Angaben werden schon zur richtigen Steuerung des Produktionsprozesses benötigt; für die Kostenrechnung entstehen somit keine zusätzlichen Anforderungen. Es ist wichtig zu erkennen, dass ein gut ausgebauten Produktionsplanungs- und -steuerungssystems (PPS) die Voraussetzung für eine geordnete BDE und damit für die Ist – Leistungserfassung bildet; denn im PPS werden die notwendigen Basisdaten (Aufträge, Stücklisten, Arbeitspläne, Kapazitäten usw.) gepflegt. Soll der Leistungsbezug auch in den administrativen Bereichen hergestellt werden, z.B. durch Einführung von Standards of Performance, ist auch eine adäquate Verwaltungsdatenerfassung aufzubauen.

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