Wissen, was ist – wissen, was kommt: Kennzahlen im Qualitätsmanagement erleichtern die strategische Unternehmensführung


In praktisch jedem Unternehmen gibt es das Bedürfnis, die eigene Marktposition, das geschäftliche Fortkommen und nicht zuletzt möglicherweise bestehendes Einsparpotenzial auszuloten. Denn nur so lässt sich eine betriebswirtschaftlich sinnvolle Steuerung der Firmengeschicke realisieren und ein Vergleich mit Wettbewerbern durchführen. Damit hier aber tragfähige Daten zur Verfügung stehen und transparente Unternehmenspolitik betrieben werden kann, bedarf es aussagekräftiger, zugleich aber leicht verständlicher Analysen. Bestimmte Kennzahlen im Qualitätsmanagement wie beispielsweise die Zahl der Kundenkontakte, Aufwendungen für Projekte oder auch Reklamationsmengen sind hierfür unverzichtbar.

Die Unternehmensentwicklung bewerten

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Mit Kennzahlen im Qualitätsmanagement werden einzelne Prozesse in einem Unternehmen anschaulich gemacht. Grundsätzlich sind dabei sämtliche nur denkbaren Daten nutzbar, vom Krankenstand über Zulieferzeiten bis hin zum Gewinn nach Steuern. Neben den konkreten betriebswirtschaftlichen Ergebnissen (beispielsweise innerhalb des letzten Geschäftsjahres) können innerbetriebliche Prozesse in den Blick genommen und die Qualität eigener Angebote und Dienstleistungen dargestellt werden. Die Durchführung einer internen Gütekontrolle, die Analyse der Arbeitsumgebung und auch die Betrachtung von Markt und Zielgruppe bedürfen allerdings eines systematischen Qualitätsmanagements in den einzelnen Tätigkeitsbereichen. Heute stehen für die praktische Umsetzung meist Software-Tools zur Verfügung, welche die Arbeit der Planung, Überwachung und Analyse vereinfachen und einer besseren visuellen Aufbereitung der erhobenen Daten dienen. Anhand der berechneten und ins richtige Verhältnis gesetzten Informationen können dann nicht nur Aussagen über zurückliegende Zeiträume erstellt, sondern auch Prognosen einer zukünftigen Entwicklung getroffen werden. Auch lassen sich die Risiken ermitteln und sich daran orientierte Präventivmaßnahmen schnell, effektiv und kontrolliert in Gang setzen. Ziel ist immer auch die Nutzung der sich aus den Kennzahlen im Qualitätsmanagement ergebenden betriebswirtschaftlichen Auswertung (BWA). Mit ihr wird ein Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Gesamtsituation des Unternehmens möglich.

Diese Kennzahlen im Qualitätsmanagement sind weit verbreitet

Es gibt eine Reihe von Kennzahlen im Qualitätsmanagement, die weit verbreitet sind und die sich daher in sehr vielen Unternehmensberichten finden lassen. Hierzu zählen vor allem die nachfolgend aufgeführten Kennzahlen aus den Bereichen Projektierung/Entwicklung, Verkauf/Vertrieb sowie Kundenservice:

  • Zahl aktueller Entwicklungsprojekte (z. B. für neue Automodelle)
  • Höhe des Preisanstiegs beim Rohstoff- bzw. Materialeinkauf
  • Menge verkaufter Produkte im Berichtszeitraum
  • Zahl der durch Kalt- oder Warmakquise gewonnenen Kunden
  • Dauer von Lieferverzögerungen aufgrund von Transportschwierigkeiten und Materialengpässen
  • Prozentsatz von Kundenreklamationen

Aus den Daten dieser und weiterer Punkte lassen sich Strategien für eine zukünftig auch oder wieder erfolgreiche Unternehmensführung gewinnen. Mängelursachen können in vielen Fällen schnell erkannt und Gegenmaßnahmen zügig eingeleitet werden.

Mit dem Qualitätsmanagementbeauftragten schneller zum Ziel

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Nicht nur Großkonzerne leisten sich wegen der hohen Bedeutung des unternehmenseigenen Qualitätsmanagements einen eigens für diesen Schwerpunktbereich verantwortlichen Mitarbeiter. Zu den Aufgaben eines solchen Qualitätsmanagementbeauftragten gehört nicht nur die Ermittlung und Auswertung relevanter Kennzahlen, sondern auch die permanente Evaluation vorgenommener Maßnahmen zur Wirksamkeitsverbesserung. Zudem gehört die Entwicklung einer sogenannten Balance Score Card (BSC) zum Tätigkeitsbereich des Beauftragten für innerbetriebliches Qualitätsmanagement. Anhand der vorhandenen Kennzahlen im Qualitätsmanagement können sodann neue Ziele definiert und konkrete strategische Vorgehensweisen entwickelt werden. Eine große Rolle spielt bei alldem immer auch die Verknüpfung der Qualitätskennzahlen und der Finanzensituation. Auf diese Weise können Prüf-, Fehler- und Fehlerverhütungskosten festgestellt und in die unternehmerische Kalkulation integriert werden. Am Ende steht das Erreichen der angestrebten Deckungsgleichheit zwischen Kostenplanung und Kostenrealität.

Indexkennzahlen, Erfolgskennzahlen und mehr

Weit verbreitet sind im Bereich der Kennzahlen im Qualitätsmanagement vor allem die sogenannten Indexkennzahlen: Der absolute Wert eines Sachverhaltes (zum Beispiel 12.000 Kunden am 01.01.2022) wird als Index (100) genommen und dann mit dem Wert zu einem anderen Zeitpunkt verglichen (also etwa 12.500 Kunden am 01.02.2022 entspricht 104,17). Mit der Indexkennzahl lässt sich dann eine aussagekräftige Analyse der tatsächlichen Entwicklung innerhalb eines bestimmten Zeitraums vornehmen. Erfolgskennzahlen hingegen dienen der Feststellung des Unternehmenserfolges. Sie geben Aufschluss über Gewinne und Verluste, Steuerbelastungen, Kapitalbeschaffungskosten, Umsätze, Jahresüberschüsse, den Cashflow oder auch die Handelsspanne bestimmter Produkte. Und mit den Bilanzkennzahlen schließlich werden Aussagen zur Eigenkapitalquote, zum Darlehensstand und gegebenenfalls (bei Aktiengesellschaften) zur Struktur der Anteilseigner getroffen.

Fazit: Umfassendes Wissen ist für eine erfolgreiche Unternehmenszukunft unverzichtbar

Eine sichere und langfristig erfolgreiche Unternehmensführung erfordert genaues Wissen um den aktuellen Zustand sämtlicher geschäftlicher Angelegenheiten. Die aktuelle Situation zu kennen und dann auf die Zukunft gerichtete Entscheidungen zu treffen, ist anders nicht möglich. Mit den entsprechenden Kennzahlen im Qualitätsmanagement wird dieser Anforderung Rechnung getragen. Die Analyse wesentlicher Daten aus dem Entwicklungsbereich, der Produktion, dem Vertrieb und der Kundenbetreuung versetzt Geschäftsführer und andere Entscheider in die Lage, tragfähige Lösungen für eine positive Perspektive des Unternehmens zu finden. Neben alldem fördern Kennzahlen im Qualitätsmanagement die Wirtschaftlichkeit des Geschäftsbetriebes und helfen dabei, die Effizienz einzelner Abläufe und Prozesse zu erhöhen. Neben finanziellen Aspekten gehört immer auch die soziale Komponente dazu, mit welcher sich bessere Personalpolitik betreiben lässt. Kennzahlen im Qualitätsmanagement können daher ohne Übertreibung als Grundlage eines rundum gelingenden Unternehmertums bezeichnet werden.