Kennzahlen


Kennzahlen

Kennzahlen sind integraler Bestandteil der betriebswirtschaftlichen Analyse und Unternehmensführung. Sie bieten Entscheidungsträgern einen strukturierten Einblick in die Performance und Gesundheit eines Unternehmens, indem sie quantifizierbare Daten liefern, die zur Messung der Effizienz, Produktivität und Rentabilität herangezogen werden. Kennzahlen können dabei sowohl auf mikroökonomischer Ebene, wie zum Beispiel auf Unternehmensebene, als auch auf makroökonomischer Ebene, wie z.B. in Länderanalysen, genutzt werden.

Kennzahlen Definition

Kennzahlen sind quantitative Messgrößen, die dazu dienen, bestimmte Aspekte eines Unternehmens, eines Prozesses oder eines Systems zu quantifizieren und zu bewerten. Sie repräsentieren Daten und Informationen in einer vereinfachten, zahlenbasierten Form und ermöglichen es so, komplexe Sachverhalte auf einfache, leicht verständliche Weise darzustellen. Kennzahlen können absolut oder relativ sein und sind oft zeitabhängig, so dass sie Trends und Veränderungen über die Zeit hinweg aufzeigen können.

In der Betriebswirtschaftslehre werden Kennzahlen zur Messung und Bewertung verschiedenster Bereiche eines Unternehmens herangezogen.

Einige Beispiele hierfür sind:

  1. Finanzkennzahlen: Dazu gehören zum Beispiel Umsatz, Gewinn, EBITDA, Eigenkapitalquote oder Verschuldungsgrad. Diese Kennzahlen geben Auskunft über die finanzielle Performance und Stabilität eines Unternehmens.

  2. Leistungskennzahlen: Sie messen die Produktivität und Effizienz eines Unternehmens. Beispiele sind Durchsatzrate, Auslastungsgrad oder Produktionsleistung.

  3. Marktkennzahlen: Diese Kennzahlen betreffen den Markt und die Marktposition eines Unternehmens. Beispiele sind Marktanteil, Kundenanzahl oder Kundenzufriedenheit.

Kennzahlen können zudem in Key Performance Indicators (KPIs) und Key Risk Indicators (KRIs) unterteilt werden. Während KPIs dazu dienen, die Performance und den Erfolg eines Unternehmens zu messen, dienen KRIs dazu, die Risiken zu messen, denen ein Unternehmen ausgesetzt ist.

Die Nutzung von Kennzahlen erfordert eine sorgfältige Auswahl und Interpretation. Kennzahlen können sowohl auf interne als auch auf externe Datenquellen zurückgreifen und es ist wichtig, ihre Grenzen und Potenziale zu verstehen. Sie sind lediglich Indikatoren und kein Ersatz für eine detaillierte Analyse und Bewertung. Außerdem sollten Kennzahlen immer im Kontext betrachtet und mit den entsprechenden Branchenstandards und Benchmarks verglichen werden.

Kennzahlen sind ein unverzichtbares Werkzeug in der modernen Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung. Sie liefern wertvolle Informationen und ermöglichen fundierte, datenbasierte Entscheidungen. Dabei ist es wichtig, ein ausgewogenes Set von Kennzahlen zu wählen, die sowohl die finanzielle als auch die operative Performance sowie relevante Markt- und Risikoas

Die Existenzberechtigung eines Unternehmens besteht darin, gleichermaßen Wert für die Kunden und Profit für sich selbst zu generieren. Um zu verfolgen, ob dies auch wirklich geschieht, sind Kennzahlen erforderlich. Kennzahlen sichern also die Existenzbasis eines Unternehmens.

Unternehmen steuern mit Kennzahlen

Eine Kennzahl ist dabei definiert als eine Kombination aus einer wertneutralen Messgröße und dem zugehörigen Wert. Eine Messgröße kann also der Umsatz sein und der Ist-Wert im vergangenen Jahr war 7,3 Mio. €. Der Wert kann dabei auch ein Planwert und ein Vorschauwert sein.

Die Primäre Zweck der Kennzahl ist dabei die Schaffung von Transparenz. Erst, wenn wir eine belastbare, verlässliche Zahl haben, können unabhängig von persönlichen Einschätzungen damit arbeiten. Wenn wir dann auch noch zwei Werte der Messgröße vergleichen können (z.B. Ist- und Zielwert), dann können einen Handlungsbedarf daraus ableiten. Aus mehreren Ist-Werten einer Zeitreihe können wir eine Entwicklung ableiten und ggf. auch einen Handlungsbedarf. Wichtig ist, dass Kennzahlen eine Handlung auslösen (oder konkret belegen, dass keine Handlung erforderlich ist). Wenn Kennzahlen nicht handlungsleitend sind, sind sie grundsätzlich unnötig und ihre Ermittlung damit Blindleistung. Blindleistung ist ein Element eines Prozesses. Jeder Prozess beinhaltet grundsätzlich vier Leistungsarten: Nutzleistung, Stützleistung, Blindleistung und Fehlleistung. Primär soll ein Prozess Nutzleistung bringen und damit Wertschöpfung erzeugen. Aus dieser Marktleistung resultiert bestenfalls eine hohe Kundenzufriedenheit, welche eine Basis für Folgegeschäft ist. Wertschöpfung und Kundenzufriedenheit sind damit zentrale Kennzahlen eines Unternehmens, die es zu maximieren gilt.

Kennzahlen lassen sich entlang eines Geschäftsprozesses definieren, um alle Elemente der Leistungserbringung abzubilden. Diese Kennzahlen beantworten damit die Fragen der Wertschöpfung, also womit wie was erzeugt wird, um damit wofür zu genutzt zu werden.

kennzahlen

Insbesondere der Outcome, also der Nutzen eines Produkts oder einer Dienstleistung, wird in unseren dynamischen Zeiten einer VUCA-Welt ein immer wichtigerer Bereich für Kennzahlen.
Damit geht der Steuerungsansatz tendenziell weg von der Steuerung der internen Performance hin zu einer Steuerung des externen Kundennutzens.
Damit wird auch deutlich, was die Anwendungsgebiete von Kennzahlen sind.

  1. Zielorientierte Steuerung
    Wenn ein messbares Ziel existiert, können aus einem Wertevergleich von Ist- und Ziel-Werten konkrete Maßnahmen formuliert werden. Diese müssen auf einen steuerbaren Zeitraum ausgerichtet sein. Je dynamischer das Umfeld, desto kürzer ist dieser Zeitraum.
  2. Disziplinarische Führung
    In einem Umfeld von Anweisung und Kontrolle sind vertikale Informationen in einer Organisation erforderlich. Die Entscheidungen werden oft außerhalb einer Handlungssituation durch einen Vorgesetzten getroffen, sodass Informationen über Kennzahlen transportiert werden müssen.
  3. Information, Rechnungslegung, Berichterstattung
    Oftmals aufgrund gesetzlicher Vorschriften oder um die Stakeholder des Unternehmens zu informieren, werden regelmäßige Kennzahlen-Übersichten erstellt. Auch daraus können Steuerungsimpulse und Handlungsbedarfe entstehen.

Wenn Kennzahlen die Basis der Steuerung sein sollen, also Handlungsimpulse geben, dann sind gewissen Anforderungen an die Gestaltung der Kennzahlen zu stellen.
Steuerung basiert immer auf einem kybernetischen Kreislauf. Eine verbreitete Version dieses Steuerungskreislaufs wurde von W. Edwards Deming formuliert, der nach ihm auch Deming-Kreislauf genannt wird. Diese Abfolge von Plan – Do – Check – Act (PDCA) besagt, dass zu Beginn eines Kreislaufs ein Ziel mittels einer Kennzahl gesetzt wird und in der Folge durch regelmäßige Messung der Ist-Werte und deren Vergleich mit dem Ziel-Wert Handlungsbedarf ermittelt und danach Maßnahmen definiert werden, die die Zielerreichung letztlich sicherstellen sollen.

Die Kennzahlen in einem solchen PDCA-Kreislauf sind nach dem SMART-Prinzip formuliert:

smart

methodenblatt-smart-methode-1

Für das A in SMART werden teilweise auch die Anforderungen Attraktiv oder Akzeptiert genannt. Alle diese Anforderungen treffen zu. Da der Begriff ursprünglich aus dem Englischen kommt, ist die o.g. Definition korrekt. Um Kennzahlen für die Steuerung sicher bereitstellen zu können, sind weitere Aspekte der Kennzahlen zu definieren. Alle diese Aspekte werden in einem Kennzahlen-Steckbrief festgelegt, der Teil des Managementsystems des Unternehmens wird und damit offizielle Gültigkeit erlangt.

Kennzahlen und Operational Excellence (OPEX)

Operational Excellence (OPEX) ist eine betriebswirtschaftliche Philosophie, die darauf abzielt, kontinuierliche Verbesserungen in den Geschäftsprozessen zu erzielen, um die Leistung und Effizienz des Unternehmens zu steigern. Kennzahlen spielen dabei eine entscheidende Rolle, da sie die Leistung quantifizieren und die Bereiche identifizieren, die verbessert werden müssen.

In einem OPEX-Kontext werden Kennzahlen oft verwendet, um Prozesseffizienz, -qualität und -flexibilität zu messen. Zu den üblichen Kennzahlen gehören die Durchlaufzeit, der Ausschuss, die Rework-Rate, die Kundenzufriedenheit und viele andere. Diese Kennzahlen helfen dabei, die Prozessleistung zu verstehen und Verbesserungsinitiativen zu priorisieren.

Zum Beispiel kann die Durchlaufzeit als Kennzahl verwendet werden, um die Effizienz eines Prozesses zu messen. Eine Reduzierung der Durchlaufzeit kann eine erhöhte Effizienz und Produktivität signalisieren. Ebenso kann eine hohe Ausschuss- oder Nacharbeitungsrate auf Qualitätsprobleme hinweisen, die behoben werden müssen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Auswahl der richtigen Kennzahlen für OPEX kritisch ist. Nicht alle Kennzahlen sind gleich relevant oder nützlich, und die Auswahl sollte sich auf diejenigen konzentrieren, die am besten die Performance und die Verbesserungspotenziale der Prozesse widerspiegeln.

Steuerung mit Kennzahlen

Die Verwendung von Kennzahlen als Steuerungsinstrument ist ein fundamental und zentraler Aspekt des modernen Managements. Sie ermöglichen es, Entscheidungen auf sachlicher Grundlage zu treffen und unproduktive Diskussionen zu vermeiden. Es ist jedoch nicht das Ziel, so viele Kennzahlen wie möglich zu erheben, sondern die richtigen Kennzahlen auszuwählen, die zur Messung und Erreichung der gesetzten Ziele notwendig sind.

In diesem Sinne sollten Kennzahlen handlungsleitend sein, d.h. sie sollten konkreten Handlungsbedarf aufzeigen. Dies stellt sicher, dass die Kennzahlen nicht nur informative, sondern auch praktische Relevanz haben.

Eine umfassende Kenntnis der Kennzahlen und ihrer Anwendung ist daher unerlässlich für jeden, der in der Unternehmenssteuerung und -führung tätig ist. Um Ihre Kenntnisse in diesem Bereich zu vertiefen, empfehlen wir die Teilnahme an unserem spezialisierten TrainingProzesscontrolling„. Dieses Training konzentriert sich auf die Steuerung der Wertschöpfung und vermittelt praxisnahe Kenntnisse und Fähigkeiten in der Nutzung und Anwendung von Kennzahlen.

 

OPEX Ausbilungen

 
 

OPEX Ausbilungen