BWL-Bachelor in der Tasche – und nun?


Wer den ersten akademischen Hochschulabschluss im Fach BWL erworben hat, muss sich entscheiden: Bis zum Master weiterstudieren oder den Sprung ins Berufsleben wagen? Beide Wege können sinnvoll sein.

BWL-Bachelor: Job ergreifen oder Master anhängen?

In der Regel dauert es sechs Semester, ehe Studenten mit dem Bachelor den ersten Abschluss ihres Studiengangs erwerben können. Dieser qualifiziert bereits für einen Beruf. Dennoch entscheiden sich viele Studenten, einen zweijährigen Masterstudiengang anzuhängen, da einige Karrierewege einen solchen Abschluss bedingen. Insofern sollten sich Studenten der Betriebswirtschaftslehre nach dem Bachelor genau überlegen, in welche Richtung sie sich im späteren Berufsleben orientieren wollen und was ihnen wichtig ist.

Finanziell gesehen lohnt sich die längere Studienzeit zwar nicht immer, aber vor allem beim Einstiegsgehalt finden sich deutliche Unterschiede: In den Wirtschaftswissenschaften verdienen Absolventen mit einem Master-Abschluss rund 5.900 Euro pro Jahr mehr als mit einem Bachelor-Abschluss, ergab der StepStone Gehaltsreport für Absolventen. Zudem sind die Jobperspektiven mit einem Master in der Tasche vielfältiger, da einige Stellenangebote einen solchen Abschluss voraussetzen. Doch auch mit einem Bachelor-Abschluss stehen BWL-Absolventen viele Berufswege offen, denn eine Spezialisierung ist an vielen Hochschulen bereits nach dem zweiten Semester möglich. Dadurch bekommen auch Bachelor-Studenten ein solides Fundament an betriebswirtschaftlichem Know-how vermittelt, gleichzeitig aber auch vertiefende Inhalte in Gebieten wie beispielsweise Marketing, Controlling und Rechnungswesen oder Personalwesen.

Karrierewege mit dem BWL-Bachelor

Prinzipiell stehen Absolventen mit einem BWL-Bachelor Jobs in allen Wirtschaftsbereichen offen. Solange ein Hochschulabschluss vorhanden ist, kommt es für viele Personaler eher auf die Persönlichkeit eines Bewerbers an. Die längere Berufserfahrung kann gegenüber einem frischen Masterabsolventen sogar von Vorteil sein. Dennoch besteht die Gefahr, dass Wirtschaftswissenschaftlern ohne Master, Diplom oder vergleichbarem Abschluss der Zugang in die oberen Führungsetagen von Konzernen oder größeren Mittelständlern verwehrt bleibt.

Das ist aber bei Weitem nicht bei allen Unternehmen der Fall. Bei Finanzdienstleistern wie Swiss Life Select steht einer steilen Karriere auch ohne Masterabschluss nichts im Wege. Das nötige Fachwissen bekommen Bachelor-Absolventen hier in Weiterbildungsmaßnahmen und Schulungen vermittelt. Und auch bei der Unternehmensberatung Struktur Management Partner GmbH werden von Consultants zwar überdurchschnittliche Noten sowie Praktika erwartet, jedoch nicht zwingend ein Masterabschluss.

Generell ist der BWL-Bachelor eine gute Karriereoption, wenn eher eine Rolle als Spezialist denn als Führungskraft angestrebt wird. Der Arbeitgeber übernimmt die zielgerichtete Qualifikation dann in vielen Fällen selbst.

Mögliche Masterstudiengänge nach dem Bachelor in BWL

Wer sein Wissen vertiefen, eine noch größere Jobauswahl haben möchte oder Führungspositionen anstrebt, der sollte einen Masterstudiengang an den Bachelor anhängen. Das ist zum einen im Fach BWL selbst möglich, zum anderen auch in Form einer inhaltlichen Spezialisierung. Viele Wirtschaftswissenschaftler bilden sich weiter zum Wirtschaftspsychologen, Wirtschaftsinformatiker oder Wirtschaftsjuristen aus. Aber auch Masterstudiengänge in Unternehmensführung oder Digital Business Management sind gern gewählte Optionen.

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