QMP – Quality of Measurement Process
QMP steht für Quality of Measurement Process und beschreibt die Fähigkeit eines Messprozesses, unter gegebenen Bedingungen zuverlässige, reproduzierbare und toleranzgerechte Messergebnisse zu liefern. Die Kennzahl QMP ermöglicht eine ganzheitliche Bewertung der Qualität eines Messprozesses unter Einbeziehung sowohl zufälliger als auch systematischer Einflüsse.
Definition
Die Definition von QMP basiert auf einem quantitativen Ansatz zur Beschreibung der Eignung eines Messprozesses. Dabei wird das Verhältnis zwischen geforderter Toleranz und tatsächlicher Messunsicherheit betrachtet.
- QMP ist ein dimensionsloser Kennwert zur Messprozessqualität
- Verhältnis aus Toleranzbreite und Messunsicherheit
- Berücksichtigt systematische und zufällige Fehlerquellen
- Anwendbar für mechanische, elektrische, optische und digitale Messsysteme
Formel (vereinfachte Darstellung)
Die QMP-Kennzahl lässt sich in vereinfachter Form durch folgende Formel berechnen.
Dabei stehen die Parameter für:
- T = Toleranzbreite des Merkmals
- U = Messunsicherheit (z. B. erweiterte Unsicherheit nach GUM)
- k = Sicherheitsfaktor (z. B. k = 6 für
)
Interpretation
Die QMP-Zahl wird bewertet, indem sie mit einem Schwellenwert verglichen wird. Daraus lassen sich Aussagen über die Eignung des Messprozesses treffen.
- QMP ≥ 1 → Messprozess ist geeignet
- QMP < 1 → Messprozess ist nicht geeignet, Maßnahmen erforderlich
- QMP > 2 → sehr robuster Messprozess mit hoher Genauigkeit
Nutzen
QMP dient als Entscheidungswerkzeug in der Qualitätssicherung und erlaubt eine objektive Bewertung und Vergleichbarkeit von Messprozessen.
- Transparente Kommunikation über die Qualität von Messprozessen
- Vergleichbarkeit unterschiedlicher Messsysteme
- Grundlage für Investitionen, Auditfreigaben und Prozessfreigaben
- Reduktion von Fehlentscheidungen und Nacharbeit
- Basis für Messsystemfreigaben in regulierten Industrien
Anwendung
Die Anwendung von QMP ist in allen Unternehmensbereichen sinnvoll, in denen Prüfergebnisse Grundlage für Qualitätsentscheidungen sind.
- Einführung neuer oder veränderter Messprozesse
- Validierung von Prüfmitteln und Prüfprozessen
- Lieferantenqualifizierung
- Vergleich von Kalibrierverfahren
- Entscheidungsunterstützung bei Prüfmittel-Investitionen
Abgrenzung zu anderen Kennwerten
QMP ergänzt klassische Kennzahlen und hebt sich durch seine Einbindung der Messunsicherheit hervor.
- Cg / Cgk: Betrachtet Wiederholgenauigkeit und systematische Abweichung ohne Unsicherheitsmodell
- QMP: Integriert die gesamte Messunsicherheit in die Bewertung
- MSA: Methodenbasiert, oft subjektiv in der Auswertung
- QMP: Quantitativ, nachvollziehbar, normunabhängig
Fazit
QMP ist ein praxisnaher, skalierbarer Kennwert zur Bewertung der Qualität von Messprozessen. Er hilft dabei, Prüfprozesse zu objektivieren, Risiken zu reduzieren und Qualität nachvollziehbar zu sichern. Als Kennzahl für die Messsystemqualität fördert QMP die Standardisierung und kontinuierliche Verbesserung technischer Prüfprozesse.
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