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Die Deckungsbeitragsrechnung ist das Instrument zur Planung und Steuerung des Unternehmens zum Gewinnziel hin mit der Doppelaufgabe:

1. Entscheidungen in ihrer Auswirkung auf den Gewinn besser beurteilen zu helfen (Decision Accounting),
2. Ziele in Zahlen zur Leistungsbeurteilung von Führungskräften zu formulieren (Responsibility Accounting).

Deckungsbeitragsrechnung ist die Verknüpfung von marktorientierter Denkweise mit betrieblichen Mengen und Werten; sie führt zum Denken vom Kunden her. Die Aussageform der gut ausgebauten Deckungsbeitragsrechnung macht Marktplanung sowie technische und organisatorische Strukturen daraufhin transparent, ob sie insgesamt zum Ergebnisziel führen.

Stufenweise Deckungsbeitragsrechnung

Da sich die Strukturkosten nicht in direkter Abhängigkeit von der Anzahl verkaufter oder produzierter Einheiten verändern, und man deshalb die echten vollen Kosten einer Produkteinheit nie ermitteln kann, wurde die stufenweise Deckungsbeitragsrechnung zur Verbesserung der Steuerungsmöglichkeiten entwickelt. Deckungsbeitragsstufen ergeben sich, wenn vom DB I Strukturkostenblöcke abgezogen werden, die dem jeweiligen Betrachtungsobjekt eindeutig und ohne Schlüsselung zuordenbar sind. So kann man zwar noch immer noch erkennen, wieviel ein bestimmtes Stück an Gewinn gebracht hat, doch lässt sich der Beitrag, den ein Artikel, ein Produkt, eine Produktgruppe oder ein Sortiment zur Deckung der Strukturkosten leistet, als plan-, kontrollier- und verantwortbare Volumengröße bestimmen. Sehr aussagekräftige Deckungsbeitragsstufen entstehen, wenn die gesamte Rechnung in Form der Verkaufserfolgsrechnung VER gestaltet wird. Diese verfolgt das Ziel, den Erfolg und das Maß der Zielerreichung einer oder mehrerer Verkaufsorganisationen nach einzelnen Erfolgsquellen aufzuzeigen. Dazu müssen alle Veränderungen isoliert werden, die nicht auf vom Verkauf beeinflussbaren oder beobachtbaren Faktoren beruhen. Dafür werden in der
VER die Produktkosten immer standardisiert, d.h. wie geplant – auch bei Auftragsfertigung wie zum Beginn der Produktion vorkalkuliert – von den Nettoerlösen abgezogen und die Strukturkosten der anderen Funktionsbereiche im Plan und im Ist immer als Planwerte aufgeführt. Abweichungen zwischen Soll und Ist, die nicht dem Verkauf zugeordnet werden können, schlagen somit auch nicht in die VER durch, sondern werden im Abweichungsresümee ausgewiesen.

Die VER ist als mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung in der Form des Umsatzkostenverfahrens aufgebaut und weist als Bruttorechnung alle Ergebnisfaktoren auf, die der Verkauf zur Beeinflussung seines Resultats steuern kann.
Die Anzahl der zu bildenden Deckungsbeitragsstufen ergibt sich durch die Organisationsstruktur des Unternehmens, deren Verantwortlichkeitsbereiche sich ja in der Struktur der DB-Stufen wiederfinden sollen.

Da immer öfter auch mehrdimensionale Deckungsbeitragsrechnungen erstellt werden müssen, empfiehlt es sich, die Deckungsbeitragsstufen nicht zu nummerieren, sondern sie mit sprechenden Namen zu versehen. Die Verkaufserfolgsrechnung soll möglichst alle durch den Verkauf beeinflussbaren Größen darstellen und zeigen, inwiefern es dem Verkauf gelingt, seine Ziele zu erreichen.

Zu den Inhalten der verschiedenen Deckungsbeitragsstufen:

1. Vom DB I werden zuerst die Produktstrukturkosten abgezogen also Kostenteile, die eindeutig einem bestimmten Produkt gewidmet sind, namentlich Kosten für Promotionsmaßnahmen, um bestimmte DB I-Prioritäten durchzusetzen.

2. Zu den Produktgruppen- oder eventuell Produktspartenstrukturkosten gehören Einzelkosten der jeweiligen Produktgruppe wie z.B. Werkzeugkosten, Sondereinzelkosten, Kostenstellenkosten, Werbe- und Verkaufsförderungskosten. Sie können nicht mehr dem einzelnen Produkt, wohl aber der Produktgruppe als Ganzes
zugeordnet werden.
Als Verkaufsstrukturkosten werden alle für denVerkauf der Produkte und Leistungen entstehenden und von der Verkaufsleitung direkt beeinflussbaren Strukturkosten zuammengenommen, da sie nur noch der Summe aller Verkäufe
eindeutig zuordenbar sind.

Unter der Rubrik übrige geplante Strukturkosten werden alle verbleibenden liquiditätswirksamen Kosten des Unternehmens zusammengefasst, die weder einer einzelnen Sparte oder hierarchisch darunter liegenden Einheiten noch der Verkaufsorganisation als Einzelkosten zugeordnet werden können. Diese Kosten scheinen in der Verkaufserfolgsrechnung sowohl im Plan als auch im Ist als Plangröße auf, da sie vom Verkauf nicht direkt zu beeinflussen sind.

Reicht der verbleibende Deckungsbeitrag dazu aus, den Ziel – Cash Flow zu decken, ist die Planung als Ganzes zielführend.

Mehrdimensionale Deckungsbeitragsrechnung:
Da einerseits die Marktbearbeitung in unterschiedlichen Formen geschieht und andererseits für die strategische Planung nicht nur die Produktedimension maßgeblich ist, ergibt sich ein zunehmender Bedarf nach mehrdimensionaler Darstellung der Deckungsbeiträge. So muss es – je nach der Arbeits-, Denk- und Vorgehensweise in einem Unternehmen – möglich sein, mehrstufige Deckungsbeitragsrechnungen nach Verkaufsgebieten, Regionen, Absatzkanälen, Anwendungsgebieten, Kundenbedürfnissen oder strategischen Geschäftsfeldern erstellen zu können. Solche mehrdimensionalen Deckungsbeitragsrechnungen werden nach dem schon erwähnten Prinzip erstellt, dass von den DB I in Stufen nur diejenigen Strukturkosten abgezogen werden, die dem jeweiligen Betrachtungsobjekt eindeutig und ohne Schlüsselung zuordenbar sind. So entstehen eindeutige, von Führungspersonen verantwortbare Deckungsbeitragsziele pro Verkaufsgebiet, Profit Center, Absatzkanal, strategisches Geschäftsfeld usw. Proportionale Kosten Gewinnbedarfsbudget (ROI-Ziel) Abschreibungsbudget
Verkaufs-Strukturkosten, Management-Erfolg, Erlöse/Kosten, Leistungseinheiten, Ist- u. Planleistung
Kostenträger-Strukturkosten, Produktions – & Verwaltungsstrukturkosten, Netto-Erlöse etc. .

 

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