Cash Flow ist ein Umsatzüberschuss über die liquiditätswirksamen Aufwendungen aus der betrieblichen Tätigkeit eines Unternehmens u. damit sowohl ein Indikator für die Ertragslage eines Betriebs als auch für seine Innenfinanzierungskraft.

Je nach Analyse- und Auswertungszweck werden verschiedene Cash Flow – Begriffe unterschieden. Zuerst ist festzulegen, ob die Betrachtungen mit oder ohne Berücksichtigung außerordentlicher und neutraler Geschäftsfälle vorgenommen werden sollen; hier wird nur die ordentliche Rechnung beachtet. Sodann ist zu entscheiden, von welchem Fonds man ausgehen will, da diese Entscheidung darüber bestimmt, welche Bewegungen als
liquiditätswirksam zu betrachten sind. Unter einem Fonds ist der Saldo von einem oder mehreren Bilanzkonten zu verstehen, mit welchem die Liquiditätsveränderung gemessen werden soll:

– Der Fonds Nettoumlaufvermögen ist zu wählen,

wenn man den Brutto – Cash Flow (=Cash Flow I) berechnen will. In diesem Fall betrachtet man diejenigen Aufwands- und Ertragspositionen als liquiditätswirksam, die eine Veränderung des Nettoumlaufvermögens (NUV) zur Folge haben. Cash Flow – wirksam sind somit Buchungen, deren eines Konto das Umlaufvermögen oder die kurzfristigen Schulden (inkl. kurzfristiger Rückstellungen) verändert, während sich das andere in der Gewinn- und Verlustrechnung findet. Der Brutto – Cash Flow ist in Europa die meist genutzte Cash Flow – Größe, weil sie es erlaubt, mittel- bis langfristige Finanzpläne zu erstellen, ohne im Einzelnen zu wissen, wie sich die Forderungs- und die Lagerbestände sowie die kurzfristigen Schulden verändern werden.

– Der engste gebräuchliche Fonds – liquide Mittel netto – umfasst alle Konten

des Geldvermögens (Cash and Cash Equivalents net). Als Liquidität werden somit nur noch Geld und geldnahe Bestände (Wertschriften) betrachtet und die Liquiditätszunahme stimmt in dieser Betrachtung mit der Veränderung der Geldkonten überein. Diese Cash Flow – Größe wird vornehmlich in USA verwendet. Auch hier gilt, dass die eine Seite der Buchungen den Fonds und die andere Seite die Gewinn- und Verlustrechnung tangieren muss. Für die Unternehmenssteuerung haben sich – ausgehend von den verschiedenen Fonds- Definitionen – noch weitere bedeutende Cash Flow – Stufen ergeben:

– CFBIT, der Cash Flow vor Abzug von Ertragsteuern und Zinsen,

wird zunehmend als Resultatgröße für das Management eingesetzt. Da vor Abschreibungen, vor Zinsergebnis und vor Steuern gemessen wird, eignet sich dieser Wert gut für die Beurteilung der operativen, vom Management erbrachten Leistung und kann auch für die Bestimmung von Prämien verwendet werden. Zieht man vom CFBIT die Ertragsteuern und die Zinsen ab, erhält man wiederum den Brutto – Cash Flow, der zeigt, wieviel Liquidität vor der Gewinnverteilung in das NUV geflossen ist. Nach Abzug der Ausschüttungen vom Brutto – Cash Flow, verbleibt der Netto – Cash Flow,
der dem Finanzchef anzeigt, wieviel Liquidität zur Finanzierung des Wachstums im Unternehmen verbleibt.

Der Cash Flow from Operations oder Cash Flow II ergibt sich, wenn vom Brutto – Cash Flow die Veränderung des Working Capital subtrahiert wird.