Kalkulatorische Kosten sind Kostenarten, die nicht direkt einer Aufwandsart der Finanzbuchhaltung entsprechen, weil sie entweder von dieser abgegrenzt werden oder ihnen kein direkter Aufwand gegenübersteht. Oft handelt es sich um Opportunitätskosten, das sind Kosten entgehender Gelegenheit, Zinsen oder Lohn zu verdienen.

Die bekanntesten davon sind:

1. kalk. Sozialleistungskosten (zur Belastung der Kostenstellen mit einer einzigen Kostenart für die Vielzahl von
Sozialaufwandsarten, die der Stellenleiter nicht selbst direkt beeinflussen kann.
2. kalk. Abschreibungen
3. kalk. Zinsen
4. kalk. Unternehmerlohn
5. kalk. Wagniskosten

In der Finanzbuchhaltung werden als Zinsen nur Beträge berücksichtigt, die an Fremdkapitalgeber bezahlt werden. Im betrieblichen Rechnungswesen will man den Zinskosten des gesamten Kapitals, also auch des Eigenkapitals, Rechnung tragen, weshalb für das betriebsnotwendige Vermögen ein kalkulatorischer Zinssatz angesetzt wird. Im besten Falle werden die kalkulatorischen Zinsen analytisch geplant, was zu einem Gewinnbedarfsplan und zu einem ROIZiel führt.