Unternehmensstrategie entwickeln: Das passende Vorgehen für gesundes Wachstum


Das Ziel eines jeden Unternehmens ist eine Gewinnmaximierung, für welche die Vermehrung der Umsätze eine von mehreren möglichen Grundlagen bildet. Diese entsteht häufig durch Wachstum der Firma. Um diesen Faktor zu garantieren und voranzubringen, muss eine Unternehmensstrategie entwickelt werden, die in ihrer Planung verschiedene Maßnahmen für dauerhaftes und gesundes Wachstum im entsprechenden Markt ermöglicht. Welche Wege gibt es, was ist dabei zu beachten?

Organisches Wachstum

Ein Weg zur Expansion ist das organische Wachstum. Diese Art des Wachstums findet auf natürliche Art statt und basiert unter anderem auf einer guten Arbeit im Bereich Marketing. Mit der richtigen Strategie können die Kundenkreise erweitert werden. Auf diese Art und Weise lassen sich die Ziele des Unternehmens leichter erreichen.

Organisches Wachstum kann zudem durch eine auf genauer Analyse basierender Verbesserung der Produkte und Leistungen geschehen. Für diese Art es Expandierens sollte das Unternehmen Strategien entwickeln, um in der in vielen Teilen des Marktes üblichen ständigen Innovation mithalten zu können.

Organisches Wachstum findet immer innerhalb des Unternehmens selbst statt. Die Firma schafft es aus eigener Kraft mit internen Maßnahmen mehr Kunden zu gewinnen. Es ist also das Gegenteil von anorganischem Wachstum, was beispielsweise beinhaltet, andere Firmen aufzukaufen und neue Unternehmen zu gründen.

Unternehmen für die Zukunft strategisch positionieren

Um Wachstum sichern zu können, sollte die Firma eine klare Position am Markt finden. Diese ist nicht gleichzusetzen mit einer Nische, sondern eher als strategische Platzierung an einem bestimmten Punkt zu verstehen, der für die Kunden offensichtlich macht, wofür die Firma steht, was sie einzigartig macht und welchen Mehrwert sie bietet. So können eine Kundenbindung und Glaubwürdigkeit entstehen, die die Planung von Expansion überhaupt erst möglich macht.

Die Strategieentwicklung hierbei sollte einerseits das Marketing im Auge behalten, auf der anderen Seite aber auch den Markt. Welche Neuheiten sollte das Unternehmen mitmachen, welche passen zur Marke und können so Bestandskunden begeistern und zusätzliche Abnehmer hinzugewinnen? Bei der Planung und Organisation einer Expansion in ein solches neues Themengebiet sollten immer beide Gruppen im Auge behalten werden.

Womöglich gibt es am Markt Entwicklungen, die zwar einen schnellen Neugewinn von Kunden versprechen und eine Expansion ermöglichen, jedoch den eigentlichen Unternehmenszielen im inhaltlichen Sinne widersprechen oder nicht zu diesen passen. Hier ist Vorsicht geboten, da die Gefahr besteht, durch eine Expansion in eine solche Richtung das Fundament des Wachstums, also die Kernkunden und den Markenkern, in Teilen oder vollständig zu verlieren. Zudem besteht das Risiko, eine lange aufgebaute Glaubwürdigkeit zu verspielen.

Ist die Nische nur ein zeitlich begrenzter Hype, können für die weitere Planung der Expansion durch Gewinneinbrüche große Probleme entstehen. Die Schritte des Wachstums sollten also bereits während ihrer Planung und Organisation so angedacht werden, dass sie über einen langen Zeitraum ein „rundes“ Gesamtbild ergeben und beständig sein können.

Wachstum durch Unternehmenskäufe und Gründen von Tochterfirmen

Firmen könnten zudem eine Unternehmensstrategie entwickeln, die das Wachstum durch den Kauf von anderen Firmen initiiert oder darauf basiert, Tochterfirmen zu gründen. Hierfür ist ein genauer Blick auf den Markt und eine entsprechende Analyse notwendig, um keine Fehler zu machen, die sich später rächen.

Unternehmenskäufe

Unternehmenskäufe können viele Vorteile haben. Dazu gehören unter anderem:

  • Sicherung und Erschließung von Marktanteilen
  • vergleichsweise einfache Methode zur Expansion in neue Themengebiete
  • Hinzugewinnen von Know-how und guten Arbeitskräften
  • Imagegewinn durch das Retten einer bekannten Firma vor der Insolvenz

Ein wichtiges Argument für das Hinzukaufen von Firmen ist die Sicherung von Marktanteilen. Es kann erfolgversprechend sein, eine Unternehmensstrategie zu entwickeln, die darauf abzielt, durch Übernahmen die Konkurrenz zu verringern und gleichzeitig die eigene Position am Markt zu stärken.

Zudem kann diese Methode dazu dienen, in neue Themengebiete und Produktbereiche vorzudringen. Der Vorteil ist, dass der entsprechende Teilbereich einer Branche zumindest inhaltlich nicht durch eigene Strategien erschlossen werden muss.

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Des Weiteren ermöglicht diese Methode das Hinzugewinnen von Know-how und wertvollen Arbeitskräften. Die Planung und Organisation innerhalb der Firma bezüglich dieser Bereiche werden einfacher, da häufig entsprechende Strukturen im aufgekauften Unternehmen bereits bestehen.

Die Suche nach Angestellten wird überflüssig oder nur in geringerem Maß erforderlich. Schlussendlich könnte ein Imagegewinn bestehen, was wiederum der Marketingabteilung die Strategieentwicklung erleichtert, wenn das übernommene Unternehmen beliebt und bekannt ist und vor der Schließung bewahrt wird.

Organisation nach der Übernahme

In der Folge der Übernahme gibt es mehrere Möglichkeiten, das weitere Fortbestehen der Firma zu organisieren. Einerseits kann sie aufgelöst und in ihren Bestandteilen zu einem Teil des Käuferunternehmens werden.

Des Weiteren besteht die Option, das gekaufte Unternehmen mit dem entsprechenden Namen als Tochterfirma fortbestehen zu lassen. Gerade, wenn die Firma bekannt und beliebt ist, kann dies die Entwicklung einer Unternehmensstrategie im Bereich Marketing deutlich erleichtern, da das Brand und die CI bereits besteht und nur fortgeführt werden muss.

Je nach Rechtsform kann es bei der Übernahme als Tochterfirma zur Organisation der Unternehmen sinnvoll sein, diese beispielsweise in einer Holding zusammenzufassen. Dieses Modell ist klar definiert und hat einige Vorteile. Bei einer Holding ist eine Kapitalgesellschaft mehrheitlicher Anteilseigner an einer oder mehreren weiteren Kapitalgesellschaften. Unter den passenden Umständen können die Vorteile bei richtiger Organisation unter anderem im steuerlichen Bereich bestehen.

Tochterfirma selbst gründen

Das Modell der Holding bietet sich nicht nur bei einer Übernahme an, sondern auch für die Strukturierung und Organisation von selbst gegründeten Tochterfirmen. Diese Methode hat zudem weitere Vorteile.

So kann bei einer Expansion in neue Themengebiete der Markenkern der Muttergesellschaft sowie die bereits entwickelte Unternehmensstrategie im Bereich CI und Marketing erhalten bleiben. Dies ist vor allem sinnvoll, falls das neue Themen- und Produktgebiet hier nicht ideal hineinpasst.

Das Vordringen in die andere Produkt- und Leistungssparte wird dann über die Tochterfirma abgewickelt, die ihre eigene Strategieentwicklung vorantreibt, um einen neuen Markenkern im Markt zu platzieren. Das Wachstum findet also über eine Art Umweg statt. Falls in der neuen Sparte kein Erfolg besteht, wird die Muttergesellschaft in einem geringeren Maße negativ beeinflusst. Es findet also eine Risikoverteilung statt.

Trotzdem sollte vor der Gründung einer Tochterfirma eine genaue Analyse der Potenziale eines solchen Unternehmens am Markt stattfinden. Ist diese nicht gegeben, besteht die Gefahr, vorschnell und unpräzise in die Planung zu gehen, was zu Problemen und Verlusten führen kann.

Wachstum Schritt für Schritt vorbereiten

Um verschiedenen Problemen vorzubeugen, ist es zielführend, eine Unternehmensstrategie im Bereich Wachstum zu entwickeln, welche die möglichen Risiken von Beginn an minimiert. Falls dies nicht gegeben ist, können Probleme entstehen, die die gewünschte Expansion ins Gegenteil umschlagen lassen.

Bei einer zu schnellen Expansion besteht unter anderem die Gefahr, dass das Unternehmen seine Position am Markt überschätzt und neue Filialen nicht richtig Anlaufen. Dies kann zu einem Minusgeschäft, im schlimmsten Falle sogar zu einer Insolvenz führen. Daher sollte bei der Planung jeder neuen Geschäftsstelle zunächst überlegt werden, ob diese sich wirklich rentiert. Im Zweifelsfall können Umfragen am entsprechenden Standort eine Hilfe sein.

Zudem sollte bei Firmenübernahmen genau hingesehen werden, welches Potenzial wirklich in der Firma steckt. Dieser Schritt benötigt Ruhe und Zeit, um keine Fallstricke zu übersehen und ein Unternehmen aufzukaufen, welches der Käuferfirma Verluste einbringt.

In der Organisation können ebenfalls Probleme liegen. Werden beispielsweise mehrere Firmen gleichzeitig aufgekauft, besteht die Gefahr, den Überblick zu verlieren, Komplikationen nicht frühzeitig wahrzunehmen und nicht ausreichend auf jedes Tochterunternehmen eingehen zu können.

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Unternehmen sollten ihre Ziele bezüglich des Wachstums daher Schritt für Schritt verfolgen und im besten Falle im Rahmen der Planung alle Risiken und Fallstricke mit einbeziehen. So können konkrete Methoden implementiert werden, um diese zu minimieren.

Übrigens: Bei der Expansion ins Ausland sind besondere Aspekte zu beachten. Dazu gehören die rechtlichen Gegebenheiten im Staat, in den expandiert werden soll, aber auch interne Fragen wie die Führungsstruktur.

Fazit

Um Wachstum zu erreichen, gibt es mehrere Wege. Zum einen kann die Expansion organisch entstehen, auf der anderen Seite durch die Übernahme oder Gründung weiterer Firmen. Allerdings sollte hier eine genaue Analyse stattfinden, um Probleme und Nachteile zu vermeiden. Mit der passenden Planung sowie der strategisch klugen Umsetzung der Maßnahmen können die Chancen erhöht werden, die Unternehmensziele zu erreichen.

Bilder:

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