Stillstandszeiten reduzieren im Automobilbau – Produktivität steigern
Hintergrund
In der PKW-Fertigung werden Karosseriebaugruppen auf separaten Fertigungslinien hergestellt, die aus 6 bis 9 verketteten Zellen bestehen. Diese Linien sind durch großzügige Pufferbereiche miteinander verbunden.
Trotz dieser Struktur kommt es immer wieder zu Kurzstillständen, unerklärlichen Materialstaus oder leerlaufenden Puffern. Diese Probleme führen zu:
🔹 Stückzahlverlusten
🔹 Hohen Stillstandskosten
🔹 Langen Lieferzeiten für den Kunden
Trotz intensiver KVP-Aktivitäten des Unternehmens konnten bisher keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt werden.
Projektübersicht
- Kunde: Automobilhersteller
- Branche: Automobilbau, Stahlverarbeitung
- Ziel: Reduzierung der Stillstandszeiten, Erhöhung der Ausbringung
Vorgehensweise
🔍 1. Prozessbeobachtung
- Detaillierte Analyse der Fertigungsabläufe über mehrere Schichten.
📊 2. Störungs- und Stillstandsanalyse
- Durchführung von Multimomentaufnahmen zur Identifikation von Engpässen.
🔧 3. Analyse der Instandhaltung
- Bewertung der Instandhaltungsplanung und tatsächlichen Wartungsaktivitäten.
📑 4. Datenauswertung & Priorisierung
- Identifikation der kritischsten Einflussfaktoren und Engpässe.
👥 5. Workshops mit KVP-Teams
- Erarbeitung von praxisnahen Optimierungsideen.
🚀 6. Maßnahmenumsetzung
- Implementierung konkreter Verbesserungsmaßnahmen in den betroffenen Bereichen.
🎯 7. Lessons Learned
- Reflexion der Ergebnisse und Anpassung der KVP-Strategie.
Ergebnisse
✅ Reduzierung der Kurzstillstände um ca. 7 %
✅ Kapazitätsgewinn von etwa 3 %
✅ Erweiterung des Kennzahlen-Cockpits zur besseren Überwachung von Stillständen
✅ Sensibilisierung der Mitarbeiter für Prozessoptimierungen
✅ Einführung neuer Problemlösungsmethoden im KVP-Prozess
Fazit – Optimierung durch neue Denkansätze
Ein Lean-Simulationsspiel zu Materialstau und Kurzstillständen sowie praxisnahe Analogie-Beispiele aus anderen Branchen führten zu „Aha-Erlebnissen“ bei den Workshopteilnehmern.
Durch die Einführung der Engpasstheorie (Theory of Constraints, TOC nach E. Goldratt) gelang es, einen systematischen Denkansatz auf die spezifische Herausforderung zu übertragen.
Zentrale Erkenntnisse:
🔹 Fokus auf das Gesamtsystem Karosseriebau anstelle isolierter Optimierung einzelner Zellen oder Linien.
🔹 Praxisnahe Maßnahmen wurden von allen Beteiligten getragen und erfolgreich umgesetzt.
🔹 Einzelne Elemente der neuen Vorgehensweise sind inzwischen fester Bestandteil der KVP-Toolbox.
🚗 Ergebnis: Durch eine ganzheitliche Betrachtung der Prozesse konnten Stillstände nachhaltig reduziert und die Produktivität gesteigert werden.
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