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Steuern für Unternehmen – Das ist zu beachten

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Steuern spielen in verschiedenen Bereichen des Lebens eine Rolle. So haben sie auch für ein Unternehmen eine entscheidende Bedeutung. Je weniger Steuern die Firma zahlt, desto umfangreicher können die Erträge sein. Welche Steuern haben für Firmen eine Bedeutung, welche Rolle spielt die Rechtsform und wie können Steuern gespart werden?

Welche Steuerformen sind für Unternehmen relevant?

Zunächst lohnt sich ein Blick darauf, welche Steuerformen für Unternehmen relevant sein können. Dies kann sich je nach Firma und Rechtsform unterscheiden. Unter anderem können dazugehören:

Umsatzsteuer

Für die allermeisten Unternehmen und Selbstständigen besteht eine Umsatzsteuerpflicht. Nur Kleinunternehmer sind hiervon ausgenommen. Diese Steuer wird auch Mehrwertsteuer genannt. Sie ist oftmals ein Teil des Endpreises, den Verbraucher für ein Produkt oder eine Leistung zahlen.

Je nach Branche, Produkt und Leistung kann sie unterschiedlich hoch sein. In den meisten Fällen beträgt sie jedoch 19 Prozent. Dazu zählen neben weiteren:

Für andere Erzeugnisse wiederum gilt ein ermäßigter Satz von sieben Prozent. Dieser ist vor allem bei Produkten für den Grundbedarf gegeben. Dazu gehören:

Dabei spielt die Umsatzsteuer von sieben Prozent auch in der Corona-Politik eine Rolle. So wird sie für Speisen in der Gastronomie, für welche sonst eine höhere Umsatzsteuer fällig ist, zeitlich begrenzt bis Ende 2022 erhoben.

Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer spielt ebenfalls für viele Selbstständige und Firmen eine Rolle. Hiermit soll der Ertrag bzw. die Ertragskraft einer Firma besteuert werden. Die Gewerbesteuer wird an die Kommunen abgeführt, die sich umfangreich aus diesen Mitteln finanzieren. Sie können je nach Region in unterschiedlicher Höhe erhoben werden.

Die Grundlage, die deutschlandweit gilt, ist eine Steuermesszahl von 3,5 Prozent des Ertrages einer Firma. Auf diese wird dann der Hebesatz angewendet, den die Kommunen eigenständig festlegen können. Allerdings muss er bei mindestens 200 Prozent liegen. Der Steuermessbetrag würde in diesem Fall mit dem Faktor zwei multipliziert, bei 400 Prozent Hebesatz hingegen mit dem Faktor vier.

Der Mindesthebesatz gilt seit 2004. Seitdem gab es Beschwerden einiger Gemeinden, unter anderem vor dem Bundesverfassungsgericht. Dieses erklärte den Mindesthebesatz für verfassungskonform.

Kommunen haben die Möglichkeit, einerseits durch einen höheren Hebesatz mehr Steuern einzunehmen. Andererseits wiederum kann eine Region mit der Anwendung eines geringen Hebesatzes auf Basis des festgeschriebenen Minimums für Unternehmen, die der Gewerbesteuer unterliegen, attraktiv werden.

Hier ist also ein gewisses politisches und wirtschaftliches Abwägen gefragt. Für Unternehmer kann es infolgedessen vor einer Gründung interessant sein, zu schauen, welche Regionen eine geringere Gewerbesteuer erheben.

Körperschaftssteuer

Die Körperschaftssteuer wiederum gilt für juristische Personen. Dazu zählen unter anderem eine Kapitalgesellschaft (u. a. GmbH und UG) oder Genossenschaft. Auch Vereine, sofern sie nicht gemeinnützig sind und Anstalten müssen sie zahlen.

Durch diese Steuerform wird der Ertrag der entsprechenden juristischen Person besteuert. Der Steuersatz liegt bei 15 Prozent. Die Geschichte der Körperschaftssteuer in Deutschland reicht zurück bis in das Jahr 1920. Seitdem hat sich der Steuersatz immer wieder verändert. Zunächst war er geringer als 15 Prozent, teilweise jedoch deutlich höher.

Unterschiede zwischen Unternehmen und Privatpersonen

Für Privatpersonen spielen die genannten Steuern keine Rolle, abgesehen von der Umsatzsteuer: Sie ist mitbestimmend für die Endpreise, die Verbraucher für Produkte zahlen. Andersherum gibt es Steuern, die in der Geschäftswelt nicht relevant sind, sondern nur für Privatpersonen eine Bedeutung haben.

Das bekannteste Beispiel ist die Einkommenssteuer. Sie wird in dieser Form nur von Privatpersonen entrichtet. Die Unterschiede zeigen sich unter anderem daran, welche Möglichkeiten es zum Absetzen von Ausgaben gibt.

So gibt es bestimmte Aufwendungen, auch Sonderausgaben genannt, die nur Privatpersonen geltend machen können. Dazu gehören unter anderem das Realsplitting oder Aufwendungen für Betreuungskosten. Begünstigte Altersvorsorgeverträge spielen ebenfalls eine Rolle.

Allerdings gibt es auch Steuerformen, die sowohl zu Privatpersonen als auch zu Unternehmen einen gewissen Bezug haben. Dazu gehört unter anderem die Erbschaftssteuer. Diese ist im Erbschafts- und Schenkungsteuergesetz geregelt.

Sie fällt auch auf Betriebsvermögen an. Allerdings gibt es einen Freibetrag von 150.000 Euro. Zudem werden 85 Prozent des Betriebsvermögens von der Erbschaftssteuer ausgenommen, wenn der Erbe die Firma mindestens fünf Jahre fortführt und weitere Bedingungen, unter anderem bezüglich der Löhne (Lohnsummenklausel), erfüllt.

Bedeutung der Rechtsform

Wie bereits angeklungen kann die Rechtsform einer Firma beeinflussen, welche Steuern sie zahlen muss. So wird zum Beispiel die Körperschaftssteuer nicht für alle Formen von Unternehmen fällig.

Alle wichtigen Faktoren berücksichtigen – nicht nur steuerliche

Insofern kann es bei einer Gründung und auch später sinnvoll sein, zu überlegen, welche Rechtsform im individuellen Fall das geringste Steueraufkommen ermöglicht. Allgemeingültig lässt sich dies jedoch nicht feststellen, es kommt immer auf den individuellen Fall an.

Dabei sollten Gründer bedenken, dass nicht nur steuerliche Aspekte bei der Wahl der Rechtsform relevant sind. Vielmehr sollten auch weitere Faktoren eine Rolle spielen, wozu zählen:

Es ist also die Rechtsform vorzuziehen, die bezüglich aller dieser Umstände sowie der steuerlichen Aspekte das beste Gesamtpaket bietet. Ein Beispiel hierfür bietet der Vergleich zwischen GbR und GmbH.

Vergleich GbR und GmbH

Mit der Gründung einer GbR lässt sich die Körperschaftssteuer sparen, die bei einer GmbH entrichtet werden muss. Allerdings ist für die Haftung bei einer GbR auch das Privatvermögen relevant.

Dies kann im Fall der Fälle zu einem persönlichen finanziellen Ruin der Gesellschafter führen. Ob sich das Risiko also lohnt, müssen die Gründer selbst abwägen. Darüber hinaus hat die GbR durch die Bedeutung der Einkommenssteuer für die Gesellschafter viele weitere steuerliche Nachteile. Ob eine auf den ersten Blick gegebene Ersparnis durch den Wegfall der Körperschaftssteuer wirklich zum Tragen kommt, ist je nach individuellem Fall fraglich.

So lassen sich mit dem Wechsel von einer Personengesellschaft in eine GmbH viele steuerliche Vorteile erzielen. Unter anderem besteht die Möglichkeit, dass sich ein Unternehmer als Geschäftsführer seiner GmbH einsetzt und ein Gehalt auszahlt, welches er als Betriebskosten absetzen kann.

Bei einer GbR wiederum zählt der Lohn der Gesellschafter als Teil des Gewinns und kann nicht abgesetzt werden. Zudem gibt es eine Reihe von weiteren steuerlichen Vorteilen einer GmbH, die vor allem dann gelten, wenn die Gewinne nicht an die Gesellschafter ausgezahlt werden, sondern zum Beispiel für einen Dienstwagen im Unternehmen verbleiben.

Alles in allem lässt sich festhalten, dass eine GmbH sowohl bezüglich der Haftung als auch im Rahmen der Steuer viele Vorteile hat. Als Nachteil kann gesehen werden, dass die Gründung einer GmbH ein Stammkapital von 25.000 Euro benötigt. Das ist allerdings nicht gegeben, wenn eine Art „kleine GmbH“ in Form einer haftungsbeschränkten UG gegründet wird. Hier beträgt das Stammkapital nur einen Euro.

Möglichkeiten für steuerliche Vorteile

Darüber hinaus haben Unternehmen viele weitere Optionen, um mit Details Steuern zu sparen. Unter anderem ist dies von der Branche abhängig. So kann zum Beispiel eine GmbH, die ausschließlich die Vermietung von Immobilien betreibt (also nicht den Kauf und Verkauf), von der Gewerbesteuer befreit werden.

Des Weiteren kann die Größe der Firma eine Rolle spielen. Zudem hat eine mögliche geschäftliche Aktivität des Unternehmens in anderen Ländern eine Bedeutung, da der Steuerumfang auch vom Standort abhängig ist. Schlussendlich gibt es sehr regelmäßig größere und kleinere Änderungen der steuerlichen Vorschriften und Gesetze, die berücksichtigt werden müssen.

Aufgrund all dieser Umstände ist es für jedes Unternehmen sinnvoll, wenn nicht sogar unerlässlich, auf einen kompetenten Steuerberater zu bauen. Dieser kann durch seine Erfahrung und Kenntnisse über die Veränderungen die Steuerlast in vielen Fällen erheblich senken.

Oftmals kann er Aspekte berücksichtigen, die nur mit wirklicher Expertise erkennbar sind. So vermeiden es Firmen, durch unnötige Abgaben ihre eigenen Potenziale und Erträge einzuschränken.

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