Krisenmanagement für Unternehmen – Das ist zu beachten


Unternehmen können durch die verschiedensten Situationen in eine Krise kommen. Daher ist es umso wichtiger zu wissen, wie mit einer solchen Lage umgegangen werden sollte. Dabei sind sowohl die Gründe der Krise als auch die treffende Analyse sowie ein passender Plan zur Abwendung wichtig. Worauf sollten Unternehmer achten?

Gründe für eine Krise

Gründe für eine Krise in einem Unternehmen gibt es viele. Die wichtigsten von Ihnen lassen sich in mehrere Kategorien einordnen. Dazu zählen unter anderem:

  • Probleme in der Firma selbst
  • Gründe in der Branche
  • Probleme, die zur entsprechenden Zeit alle Branche betreffen

Gründe in der Firma

Im Unternehmen selbst können diverse Gründe eine Krise verursachen. Womöglich funktionieren die Abläufe nicht richtig. Vielleicht haben einige Mitarbeiter Probleme miteinander, was sich auf das Betriebsklima auswirkt und somit die Produktivität niederschlägt.

Ein weiterer Grund könnte darin liegen, dass das Unternehmen an einem gewissen Punkt Angleichungen, Innovationen oder Modernisierungen verpasst hast. Dies sorgt dafür, dass die Produkte oder Leistungen nicht mehr zeitgemäß sind und daher weniger gekauft beziehungsweise genutzt werden.

Ein schwerwiegender Grund könnte auch ein öffentlicher Skandal sein. Hierunter könnten der Ruf und die Reputation der Firma leiden. In einer solchen Krise kann es vor allem kurzfristig schwierig sein, durch kleine Veränderungen etwas zu bewirken.

Gründe in der Branche

Des Weiteren können die Gründe auch in der Branche liegen. Beispielsweise die Musikindustrie hatte vor allem bezüglich der CD Verkäufe in den 2000er-Jahren durch illegale Downloads und Streams große Probleme. Der Trend, dass weniger physische Tonträger verkauft werden, setzt sich bis heute fort.

Die Plattenverkäufe und Umsätze brachen ein, die Branche musste sich neue Wege überlegen, um wieder mehr Umsätze zu generieren. Ein ähnliches Problem hatte die Filmindustrie, auch hier spielten illegale Downloads, aber auch Streams eine Rolle.

Gründe, die alle Branchen betreffen

Es gibt Gründe für eine Krise, die nicht nur ein einzelnes Unternehmen oder eine Branche, sondern die gesamte Wirtschaft betreffen. Ein solcher Faktor könnte eine Wirtschaftskrise sein. Ein Beispiel hierfür bietet die globale Finanz- und Wirtschaftskrise, die in den Jahren 2008 und 2009 begann und deutlich Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt vieler Länder hatte.

Auch die aktuelle Corona-Situation bereitet den meisten Sektoren, also ebenfalls nahezu der gesamten Wirtschaft, Probleme. Dies zeigt sich beispielsweise bezüglich der Druckbranche anhand der entsprechenden Auswertungen. Der Sektor blieb über weite Teile der ersten 3 Quartale des Jahres 2020 weiter hinter seinen Geschäftserwartungen zurück.

Ein Grund hierfür könnte in der hohen Abhängigkeit der Branche vom Stand der gewerblichen Wirtschaft liegen. Aber auch andere Sektoren sind betroffen. Dazu zählen vor allem die Tourismusindustrie mit all ihren Facetten sowie die Gastronomie.

Krise erkennen

Ein wichtiger Faktor für das Krisenmanagement ist zunächst, die Flaute zu erkennen. Dies ist anhand der sinkenden Umsatzzahlen meist relativ einfach. Dennoch ist es unabdingbar, auch die Art der Krise richtig einzuordnen.

Der Zeitpunkt des Erkennens spielt hierbei eine nicht minder große Rolle. Je früher eine Krise erkannt wird, desto effektiver kann sie angegangen und abgewendet werden. In einigen Fällen könnte es sogar sein, dass eine kommende Krise offensichtlich wird und so präventiv verhindert werden kann.

Grundsätzlich kann ein vorhersehendes Verhalten eine große Hilfe sein. Zudem ist es unabdingbar, das Vorhandensein der Krise im Unternehmen zu akzeptieren. Ansonsten besteht kaum Motivation, die richtigen Schritte einzuleiten.

Krise analysieren

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Im nächsten Schritt ist es unabdingbar, die Krise zu analysieren, um eine Grundlage zur Planung des weiteren Vorgehens zu haben. Hierfür können verschiedene Fragen relevant sein, unter anderem:

  • Welche offensichtlichen Gründe hat die Krise im Unternehmen?
  • Gibt es weitere Faktoren, die weniger augenscheinlich sind?
  • Welche dieser Gründe sind im Unternehmen begründet, welche durch andere Aspekte?
  • Welche Auswirkungen hat die Krise für die Firma?

Im Rahmen der Analyse sollten die Gründe für die Krise möglichst genau erkannt werden. Einige können offensichtlich sein, beispielsweise eine Wirtschaftskrise oder Probleme in der entsprechenden Branche.

In einigen Fällen kommt es jedoch vor allem auf die weniger offensichtlichen Gründe an. Hierzu können bislang unentdeckte Probleme in einer bestimmten Abteilung zählen, beispielsweise Konflikte zwischen für die Firma wichtigen Personen. Auch Innovationen, die verpasst wurden, möglicherweise sogar in kleinen Details, sind ein Teil dieser Kategorie.

Des Weiteren ist es im Rahmen der Analyse zielführend, die Gründe aufzuteilen, zum einen in Faktoren, die im Unternehmen selbst begründet liegen, andererseits in Gründe außerhalb. So können die weiteren Schritte sinnvoll und zielorientiert konzipiert werden.

Zuletzt sollte überdachte werden, welche konkreten Auswirkungen die Krise auf die Firma hat. Je nach Ausmaß der Probleme müssen im Folgenden unterschiedliche Strategien zum Tragen kommen.

Bei geringeren Konsequenzen beispielsweise müssen der Aktionsplan sowie die Veränderungen bei Weitem nicht so umfangreich und innovativ sein wie bei größeren Flauten. Die Analyse sollte schlussendlich in einem Dokument festgehalten und sinnvoll strukturiert werden. Dieses kann dann die Basis für das weitere Vorgehen liefern.

Vorgehen planen

Auf Basis der Analyse kann das Vorgehen geplant werden. Dabei ist es wichtig, alle hierfür relevanten Abteilungen miteinzubeziehen. Die Vorgehensweise kann zeitlich in mehrere Kategorien unterteilt werden:

  • direktes Handeln
  • mittelfristiger Plan
  • dauerhafter Plan

Direktes Handeln

Zum direkten Handeln können vor allem Maßnahmen gehören, die der Liquiditätssicherung dienen. Beispielsweise Kredite sind hier eine Hilfe. Aber auch die Verhandlung um einen Zahlungsaufschub bei Zulieferern kann kurzfristig Entspannung verschaffen.

Hierfür ist es sinnvoll, zunächst an die Personen oder Unternehmen heranzutreten, mit denen eine möglichst lange und vertrauenswürdige Geschäftsbeziehung besteht. Zudem kann ein solcher Aufschub unter bestimmten Voraussetzungen auch im Bereich gewisser Steuern stattfinden.

Im Rahmen des kurzfristigen Handelns können, sofern die finanzielle Situation es zulässt, neue Mitarbeiter eingestellt werden, die Experten bezüglich der entsprechenden Problemlage sind. Alternativ können auch für eine schnelle Entwicklung der Produkte, falls diese verpasst wurde, Experten zurate gezogen werden. Bei Konflikten innerhalb der Firma, kann eine Mediation sinnvoll sein, um kurzfristig ein besseres Arbeitsklima zu schaffen.

Mittelfristiger Plan

Im Rahmen des mittelfristigen Plans können weitere Faktoren verändert werden. Dazu zählt beispielsweise die Unternehmensstruktur. Aber auch der Austausch oder die Erweiterung des Personals kann in diesem Rahmen zielführend sein.

Zudem ist je nach Unternehmen womöglich eine tiefgreifende Produktentwicklung sinnvoll. Selbst wenn der Hauptgrund der Krise nicht hierin liegt: Bessere Produkte können der Firma einen Vorteil auf dem Markt bringen und Probleme in anderen Bereichen abfedern.

Dauerhafter Plan

Zum dauerhaften Plan gehört unter anderem, ein Unternehmen auf weitere Krisen vorzubereiten sowie dauerhafte Präventivmaßnahmen umzusetzen. Dafür kann es sinnvoll sein, eine entsprechende Person oder Abteilung im Unternehmen damit zu beauftragen.

Auch ein Standortwechsel kann an dieser Stelle eine sinnvolle Maßnahme sein. Dies führt womöglich zur Einsparung von Kosten, aber auch zu einer Vernetzung in einer für die Branche relevanten Region.

Umsetzung einleiten und begleiten

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Damit die Umsetzung der einzelnen Strategien funktioniert, sollte ein dementsprechender Plan erstellt werden. Womöglich ist hierbei eine Checkliste hilfreich. Diese kann nach der Dringlichkeit strukturiert und daraufhin Punkt für Punkt abgearbeitet werden.

Die richtigen Personen sollten mit der Umsetzung beauftragt werden. Je genauer und zielführender sie begleitet wird, desto wahrscheinlicher ist eine Abwendung der Krise im Unternehmen. Dabei ist die Kommunikation mit allen Mitarbeitern relevant. Je transparenter die Pläne und entsprechenden Aufgaben dargelegt werden, desto besser wird ihre Umsetzung funktionieren.

Fazit

Eine Krise in einem Unternehmen kann verschiedene Gründe haben. Dazu zählen Einflüsse von außen wie eine Wirtschaftskrise, aber auch interne Faktoren. Zur Abwendung sind das Erkennen, eine treffende Analyse sowie die Erstellung eines passenden Planes unabdingbar. Die Umsetzung dieser Strategie sollte so genau wie möglich begleitet werden. Schlussendlich muss jedes Unternehmen in einer Krise einen individuellen Plan erarbeiten und durchführen.

Bilder:

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