SAP: Darum sind Software- und Dienstleistungs-Lösungen so verbreitet


In einer Zeit, in der praktisch kein Unternehmen sich nicht mehr maßgeblich auf IT stützt, werden die Anbieter elektronisch-digitaler Werkzeuge von einer Vielzahl kleiner und großer Namen geprägt. Diesbezüglich stellt Deutschlands größter und international erfolgreichster Softwarekonzern in vielerlei Hinsicht einen Quasi-Standard dar:

SAP ist heutzutage nicht mehr nur der Name eines Unternehmens oder die Bezeichnung für eines seiner Produkte, sondern hat sich in vielen Betrieben längst zum Gattungsbegriff für unternehmerische Softwares im Allgemeinen und ERP-Systeme im Speziellen gemausert – ähnlich wie Tempo für Taschentücher oder Aspirin für Kopfschmerztabletten.

Aus Sicht des Qualitätsmanagements verrät allein ein derartiger Bekanntheitsgrad schon zahlreiche richtige Entscheidungen innerhalb der Softwareschmiede. Daher werfen wir einen Blick auf das Unternehmen, einen Teil seines riesigen Portfolios und erläutern ebenso, warum die „SAP-Methode“ derartige Erfolge feiert.

  1. SAP: Deutschlands digitales Kronjuwel

Deutschland mag viele wertvolle und seit Jahrzehnten hocherfolgreiche Unternehmen beheimaten. Firmen, die ihrerseits ebenfalls eine marktdominierende Stellung aufweisen. Doch selbst neutrale Beobachter können nicht verhehlen, wie einzigartig SAP in dieser Riege ist. Es ist nicht weniger als Deutschlands wertvollster Konzern und buchstäblich ein Kronjuwel, selbst wenn man sich „nur“ auf den Bereich IT beziehungsweise Software fokussiert.

Der Grund dafür ist nicht weniger als eine stringente Aneinanderreihung von guten Entscheidungen, basierend auf jeweils gegenwärtigen und zukünftigen Realitäten. Die Geschichte ist diesbezüglich voller Beispiele dafür, wie weit es jemand bringen kann, wenn er es bloß schafft, in der Frühphase eines Trends zu den „Early Adoptern“ respektive „Early Providern“ zu werden.

  • Ford als erstes Unternehmen, das ein wirklich massenproduziertes und dadurch für die Massen erschwingliches Automobil fertigte.
  • Marconi als Firma, die zum ersten Telekommunikations-Giganten wurde und fast im Alleingang drahtloser Telegrafie- und Funktechnik den Weg ebnete.
  • Amazon, wo man letztendlich schon in den 1990ern den modernen Internethandel mit all seinen wesentlichen Wesensmerkmalen definierte.

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Automatisch müsste sie jedoch SAP enthalten. Denn dieses Unternehmen wurde ebenfalls in der Frühzeit eines Trends gegründet, zog die richtigen Schlüsse und konnte sich deshalb jene marktbeherrschende Stellung erarbeiten.

1972 befand sich unternehmerisch genutzte IT weltweit noch in den Kinderschuhen. Allerdings war zumindest für Experten eine baldige Änderung dieses Zustandes abzusehen. Zu rasch erfolgten Entwicklungen und Verbesserungen, zu groß waren die Potenziale – selbst wenn damals noch Lochkarten eines der wichtigsten Medien zur Speicherung und Übertragung von Daten  und sogar ganzen Programmen waren.

 

In dieser Zeit gründeten fünf deutsche ehemalige Mitarbeiter des IT-Konzerns IBM die Systemanalyse Programmentwicklung GbR. Ihr Ziel: Softwares entwickeln, die explizit für typische unternehmerische Belange gedacht waren und somit derartige Abläufe vereinfachen und beschleunigen sollten.

Bis hierhin bis auf den Zeitraum nichts Außergewöhnliches. Was die Gründer des einige Jahre später zu SAP umbenannten Hauses jedoch zur Umsetzung konkretisierten, machte daraus etwas Außergewöhnliches:

  1. Bearbeitung am Bildschirm und via Tastatur in Echtzeit – wo es zuvor, wie erwähnt, stets nötig war, Lochkarten mechanisch zu erstellen und einzulesen, was ungleich mehr Zeit verschlang und unkomfortabler war.
  2. Standardisierung und somit breite Einsetzbarkeit.
  3. Integration und damit Zusammenführung mehrerer Arbeitsbereiche auf einem System.

Diese Kombination war damals ein buchstäblich „ganz großer Wurf“. Schon der erste Kunde war niemand geringeres als der damalige Chemiegigant Imperial Chemical Industries, vielen besser unter seinem Kürzel ICI bekannt.

Bis Mitte der 1970er schaffte SAP es, mit Programmen für Buchhaltung, Materialwirtschaft und Rechnungsprüfung, weitere Kunden wie Burda, Knoll und Linde unter Vertrag zu nehmen. Insgesamt waren es zu diesem Zeitpunkt bereits rund 40 verschiedene Firmen. Der Rest ist buchstäblich eine echte deutsche Erfolgsgeschichte.

Ab den frühen 1980ern wurden die Softwares auch für andere Sprachen als die deutsche optimiert. Im selben Jahrzehnt entwickelte sich die 1979 lancierte ERP-Software SAP R/2 zu dem in Deutschland marktbeherrschenden Werkzeug für IBM S/370 Mainframes – damals ihrerseits weit verbreitete Großrechner-Architekturen. 1988 wurde SAP zu einer AG.

Der endgültige globale Durchbruch gelang schlussendlich ab 1992/1993 mit der Weiterentwicklung SAP R/3. Dieses System lief auf UNIX und damit einem Betriebssystem, das schon damals eine enorme Verbreitung auf unterschiedlichsten Workstations und – ferner – Servern hatte. Dadurch vervielfachte sich schlagartig das Kundenpotenzial und der Erfolg von SAP erklomm völlig neue Sphären: Allein zwischen 1991 und 1996 verfünffachte sich der Unternehmensumsatz (umgerechnet) von 0,36 auf 1,90 Milliarden Euro.

Einmal mehr gelang es damals SAP, die Zeichen der Zeit richtig zu deuten. Durch die Auslegung und Umsetzung kam R/3 genau zur richtigen Zeit, um zu dem System für die damals stark Fahrt aufnehmende Globalisierung zu werden.

Bis heute ist SAP deshalb einer der bedeutendsten IT-Konzerne des Planeten:

  • Weltweit größtes Softwareunternehmen außerhalb der USA, drittgrößtes in der Gesamtbetrachtung.
  • Wertvollster deutscher börsennotierter Konzern ( 158 Mrd. € Mitte Juni 2023).
  • Jahresumsatz 2022: Knapp 30,9 Milliarden Euro.
  • Bei ERP-Systemen Partner von praktisch allen der 100 größten Unternehmen der Welt; nach eigenen Angaben generieren alle SAP-Kunden zusammen 87 Prozent des globalen Handelsvolumens.
  • Lösungen für 26 unterschiedliche Branchen, wovon gut 80 Prozent auf Unternehmen der KMU-Kategorie entfallen.
  • 000 Mitarbeiter, über 400.000 Kunden und mehr als 100 Entwicklungszentren weltweit.
  • Seit nunmehr 16 Jahren (Sommer 2023) das an der Spitze des Dow Jones Sustainability Index in der Kategorie Software gelistete Unternehmen.

Definitiv nicht schlecht für eine Firma, die am Ende des ersten Geschäftsjahres gerade einmal neun Mitarbeiter umfasste und umgerechnet 317.000 Euro Umsatz verbuchen konnte (620.000 D-Mark).

  1. Viel mehr als „nur“ ERP: Die wichtigsten SAP-Lösungen im Kurzportrait

SAP wurde als ein spezieller Anbieter für unternehmerisch genutzte Software gegründet und ist es bis heute geblieben – die ERP-Systeme sind weiterhin ein völlig unverzichtbares Zugpferd für den Giganten aus dem Rhein-Neckar-Gebiet. Allerdings ist SAP mittlerweile ebenso einer der wichtigsten Global Player, was das Thema Cloud Computing anbelangt.

Schon diese Tatsache zeigt, wie wenig SAP selbst gut ein halbes Jahrhundert nach der Gründung dazu neigt, sich auf Lorbeeren auszuruhen. Insgesamt allerdings offeriert das Unternehmen eine noch deutlich breitere Palette von Softwares und Anwendungen. Sie teilen sich auf in fünf Kategorien:

  1. Ausgabenmanagement
  2. ERP
  3. Finanzmanagement
  4. Geschäftsnetzwerk
  5. Supply Chain

Insgesamt ist das Portfolio von SAP äußerst vielschichtig aufgebaut. Auf den folgenden Zeilen seien deshalb aus Platzgründen lediglich einige der wichtigsten Werkzeuge des Hauses kurz skizziert.

SAP S/4HANA (Cloud)

SAP Suite (Nummer) 4 High Performance Analytic Appliance. Hinter diesem Namen steht das derzeit wichtigste ERP-Produkt von SAP. Im Gegensatz zum unmittelbaren Vorgänger, SAP ECC (sozusagen die finale Fassung von SAP R/3), verwendet dieses ERP die SAP-eigene HANA-Datenbank. Der Vorgänger konnte zudem mit anderen Datenbanken von Drittanbietern operieren.

Was die Neuerungen anbelangt, so stellte der Release von SAP S/4HANA den größten evolutionären Sprung im Bereich der ERP-Systeme des Unternehmens dar. Kern ist die Aufsplittung in lokale (On-Premise) und Cloud-basierte Versionen. Ferner gibt es die Möglichkeit zur hybriden Nutzung. Insgesamt existiert S/4HANA in fünf unterschiedlichen Varianten. Je nach Version für bis zu 64 Länder und in 39 Sprachen.

Wie bei den meisten SAP-Produkten so ist auch das ERP mit einer ganzen Reihe zusätzlicher Softwares respektive Modulen erweiterbar oder enthält diese bereits. Die wichtigsten davon:

  • Business Warehouse (BW): Analyse von Geschäftsdaten für die Unternehmenssteuerung.
  • Cost Controlling (CO): Visualisierung und Überwachung der eingehenden und ausgehenden Finanzströme.
  • Customer Service (CS): Werkzeug für die Kundenkommunikation und -budgetverwaltung.
  • Finance (FI): Allgemeine oder spezifische Finanzverwaltung im Unternehmen.
  • Human Resource Management (HCM): Bearbeitung und Verwaltung von personalspezifischen Dingen wie Arbeitszeiterfassung oder Gehälter.
  • Material Management (MM): Das gesamte Thema Beschaffung, Bestand und Logistikverwaltung.
  • Planning and Production (PP): Planung und Verbesserung von Produktionskapazitäten und Prozessmanagement.
  • Plant Maintenance (PM): Wartung und Unterhalt von betrieblichen Anlagen und Maschinen.
  • Project Management (PS): Projektmanagement, insbesondere für Großprojekte.
  • Quality Management (QM): Sämtliche Prozesse des betrieblichen Qualitätsmanagements.
  • Sales and Distribution (SD): Alle Aufgaben rund um das Thema Verkauf und Verteilung zwischen Preisgestaltung und Lieferantenkontakt.

Dabei sei unterstrichen, dass dies nur ein Teil der SAP-Module ist. Denn Wesenskern des SAP-ERP bis heute ist es, sich möglichst umfassend auf die stark unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedenster Firmen und Unternehmensgrößen anpassen zu lassen.

SAP Business One

Bei Business One handelt es sich im Prinzip ebenfalls um eine ERP-Lösung. Im Unterschied zum „Klassiker“ richtet sich Business One aufgrund seines Aufbaus und Funktionsumfangs jedoch ganz gezielt an kleinere Unternehmen.

Als solches ist Business One zwar in die HANA-Plattform integriert, ist jedoch als Lösung mit serienmäßig enthaltenen typischen Standard-Modulen gedacht. Für größere mittelständische Betriebe existiert das ähnlich aufgebaute, aber insgesamt leistungsfähigere System Business All-in-One.

SAP NetWeaver

Der “Netzknüpfer” ist eine auf dem gleichnamigen Application Server basierende Anwendung. Kerninhalt ist es, Datenbanken und Geschäftsprozesse aus diversen Quellen nutzen zu können, um damit Web-basierte Services integrieren zu können. SAP NetWeaver stellt diesbezüglich eine Umgebung dar, mit der die andernfalls mangelnde Interkompatibilität unterschiedlicher Anwendungen untereinander überwunden werden soll.

  1. SAP und die Gründe hinter dem Erfolgsrezept

Als SAP 1972 gegründet wurde, da genügte es für den Erfolg bereits, ein Produkt anzubieten, das mehrere unternehmerische Prozesse auf einer gemeinsamen Plattform handhaben konnte – und das obendrein nicht auf die damals schon langsam veraltende Weise mit Lochkarten genutzt werden musste, sondern viel zukunftsträchtiger mit Tastatur und Monitor.

Allerdings sind seitdem 51 Jahre vergangen und SAP hat sich nicht nur zu einem Global Player entwickelt, sondern eine unzweifelhafte marktbeherrschende Stellung in sehr vielen Ländern und Branchen eingenommen.

So viel sei bereits verraten: Ein wichtiger Grund dafür ist, dass die Konzernleitung(en) seit damals an ihrem „Grundrezept“ nur wenig veränderte. Im Detail sind es jedoch verschiedene Gründe, warum SAP auf seiner heutigen Position steht.

Enorme Vielfalt, Modularität und Skalierbarkeit

Wer sich auf den Web-Auftritt von SAP begibt, der hat dabei die Wahl, sich die Produkte entweder nach Anwendungskategorie oder Branche anzeigen zu lassen. Der Grund dafür? SAP ist äußerst umtriebig, was das Ermöglichen von sehr passgenauen Lösungen anbelangt.

Zwar basiert alles auf einem zentralen Grundgerüst, beispielsweise dem bereits erwähnten S/4HANA ERP. Auf diesem Gerüst lassen sich jedoch äußerst vielfältige und hinsichtlich ihrer Ausrichtung unterschiedliche Module respektive Funktionalitäten miteinander vereinen. Je nach

  • Firmengröße,
  • genutzten Werkzeugen,
  • Digitalisierungsgrad,
  • Branche und nicht zuletzt
  • Zukunftsplanung

lassen sich deshalb im Höchstmaß individualisierte Lösungen konzipiert. Das erzeugt eine Situation, in der praktisch jedes Unternehmen eine genau zu seinen derzeitigen Ansprüchen passende, maßgeschneiderte Paketlösung bekommen kann.

Aber: Just durch diese Gestaltung als Grundgerüst lässt sich ebenso die Anwendungsvielfalt jederzeit nachträglich anpassen und erweitern. SAP-Lösungen sind daher im Höchstmaß skalierbar und flexibel und in der Lage, mit den sich wandelnden Ansprüchen eines Unternehmens mitzuwachsen.

Nicht zuletzt geht diese Vielfalt jedoch nicht zulasten der Bedienbarkeit. Praktisch alle SAP-Produkte sind nicht nur in funktionaler/architektonischer Hinsicht miteinander verbunden, sondern weisen optisch ähnliche Schnittstellen auf. Wer beispielsweise mit SAP-FI arbeitet, wird sich daher ebenso bei SAP-CO recht schnell zurechtfinden – oder ebenso in einem der zahlreichen anderen Module.

Breit aufgestellte Experten für Beratung und Support

Wie bedeutend SAP weltweit ist, lässt sich nicht nur an nüchternen Zahlen ermessen, sondern ebenso an etwas anderem: Es existieren längst verschiedene Berufs-, Fortbildungs-, Weiterbildungs- und Studiengangbezeichnungen, die mit den drei Buchstaben beginnen. Das heißt, wer darin operiert, der widmet sich ausschließlich einem jeweiligen Teilbereich von SAP.

Derartiges können wirklich nur sehr wenige andere IT-Konzerne von sich behaupten – eine Bedeutung, die groß genug ist, um eigene Berufe zu rechtfertigen. Etwa Microsoft, wo es Microsoft Consultants gibt.

Der bedeutendste, vielfältigste und gesuchteste Beruf in dieser Riege dürfte derjenige des SAP Consultants bzw. -Beraters sein. Ein Fachmann, der sich nur damit befasst, Unternehmen über die für sie am besten passenden SAP-Bausteine zu beraten (nachdem er die Betriebe analysiert hat), deren Einführung zu koordinieren und danach als ständige Ansprechperson zur Verfügung zu stehen.

Weiter existieren solche SAP-Berufe wie

  • Developer,
  • Basis Administrator,
  • Prozessmanager oder
  • Projektleiter,

die allesamt Freiberuflern ebenso offenstehen wie Menschen, die bei Dienstleistern arbeiten möchten – oder direkt in Unternehmen, die SAP nutzen.

Diese Tatsache in Verbindung mit der enormen Verbreitung von SAP-Produkten hat für Unternehmen einen riesigen Vorteil: Es gibt einen riesigen Pool von Fachkräften und Ansprechpartnern. Salopp formuliert findet sich immer jemand, der sich mit SAP auskennt. Die Verbreitung ist derart groß, dass es in Form des Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e.V. (DSAG) sogar einen eingetragenen Verein gibt, der als Anwenderverband auftritt und tausende Firmen als Mitglied hat.

  • Das ist einerseits aufgrund des heutigen Fachkräftemangels in der IT wichtig – bei weniger verbreiteten Systemen kann es mitunter beinahe unmöglich sein, (zeitnah) Fachleute zu finden.
  • Andererseits muss man die Bedeutung aus einem intergenerationellen Blickwinkel betrachten: Aufgrund seiner Verbreitung wäre selbst dann ein Support mit Fachkräften für SAP noch auf Jahrzehnte gesichert, wenn das Unternehmen sich in diesem Moment entscheiden würde, sich gänzlich vom Markt zurückzuziehen.

Anders formuliert: SAP ist längst in vielen Branchen ein Selbstläufer geworden, der Firmen unterschiedlichster Kategorien alles bietet, was sie benötigen. Die Entscheidung, ob es SAP oder ein anderer Hersteller sein soll, ist deshalb vielfach nur theoretischer Natur.

Unabhängigkeit von einzelnen Häusern

Je kleiner ein Softwareunternehmen ist, desto geringer ist automatisch die Zahl von Menschen und Unternehmen, die diesbezügliche Dienstleistungen anbieten. Häufig wird sogar alles nur vom Hersteller selbst offeriert, was wiederum verschiedene Probleme nach sich zieht – allen voran die Unmöglichkeit, zwischen verschiedenen Dienstleistern wählen zu können.

SAP hingegen verfolgt schon seit langer Zeit eine andere Philosophie. Schon seit jenem Zeitpunkt in den frühen 1980ern, an dem die ersten Versionen für andere Sprachen herauskamen, begann das Unternehmen, mit Partnern zu operieren.

Bis heute ist man bei dieser Philosophie geblieben: Rund um den Planeten gibt es allein tausende Unternehmen, die als Softwarehäuser ausschließlich oder teilweise als SAP-Partner fungieren – offiziell durch SAP lizensiert, andauernd überwacht und dadurch in der Lage, dasselbe Leistungs-Portfolio in derselben Qualität anzubieten, wie es der Hersteller selbst tun würde.

Aufgrund dieser Herangehensweise ist jedes Unternehmen, das mit SAP-Produkten arbeiten möchte, äußerst frei in seiner Wahl derjenigen Betriebe, die ihm bei der Umsetzung und im Support unterstützen, hat aber dennoch die Sicherheit, alles nach den Vorgaben des Konzerns zu erhalten.

Standardisierte Prozesse für Einführung und Betrieb

Allein, wenn irgendeine neue Software in einem Unternehmen eingeführt werden soll, gibt es zwischen der Installationsreihenfolge und der Schulung der Mitarbeiter zahlreiche Möglichkeiten für die Herangehensweise. Gut ist eine derartige Vielfalt jedoch nicht, denn wenn sozusagen jeder nach eigenem Gusto verfahren kann, dann kann und wird die Qualität aller Maßnahmen beträchtlich schwanken.

Bei SAP ist das völlig anders. Hier existieren äußerst vielfältige, jedoch stets detaillierte Prozessvorgaben, Richtlinien und Standards. Es gibt Leitfäden, Strategiepapiere – ein riesiges Füllhorn an Vorgaben und Handreichungen, die nur abgearbeitet werden müssen.

Für Nutzer hat das drei riesige Vorteile:

  1. Alle Dienstleister, die in Sachen SAP angeheuert werden, arbeiten nach vergleichbaren Standards.
  2. Alle Mitarbeiter, die künftig die SAP-Werkzeuge benutzen sollen, werden nach gleichartigen Richtlinien geschult.
  3. Es wird zu keinem maßgeblichen Punkt unterschiedliche Vorgaben geben, die Verwirrung stiften.

Das heißt, wer sich als Unternehmer für irgendein SAP-Produkt interessiert, der kann sich darauf verlassen, von der Analyse seines Hauses über die Auswahl der infrage kommenden Bausteine, deren Einführung und die Ausbildung der Mitarbeiter stets gleichartige Standards zu erhalten – ungeachtet dessen, wer ihn dabei betreut.

Das ist nicht zuletzt dann ein enormer Vorteil, wenn aus irgendwelchen Gründen die Partner einmal wechseln sollten. Da der neue Partner nach denselben Richtlinien arbeitet, sind keine groben Brüche zu befürchten.

Hohes Sicherheitsniveau – nicht nur in Sachen Cybercrime

SAP richtet sich bekanntermaßen ausschließlich an Unternehmen, nicht an Privatpersonen. Selbst Unerfahrene dürften sich vorstellen können, welche brisanten Daten daher über die Werkzeuge des Softwarekonzerns laufen. Und wo die Verbreitung nicht nur global bedeutende Firmen umfasst, sondern ebenso eine riesige Menge anderer Unternehmen, entsteht eine enorme Verantwortung.

Anders formuliert: SAP ist schlichtweg viel zu groß und zu verbreitet, um sich in Sachen Sicherheit die geringsten Blößen erlauben zu können. Man stelle sich vor, bei einem Update für ein ERP-Modul würde sich durch Unachtsamkeit bei der Programmierung eine Sicherheitslücke auftun. Allein durch die schiere Anzahl betroffener Unternehmen wäre die Sprengkraft für Imageverluste gigantisch.

SAP weiß um diese Verantwortung. Unter anderem hat das Unternehmen deshalb zusammen mit anderen digitalen Größen wie Microsoft und Google die Trusted Cloud Principles Initiative ins Leben gerufen, die Standards für die Sicherheit von Clouddiensten erarbeitet. Ferner sorgt das Unternehmen bei all seinen Anwendungen stets für stringente Kontrollen und rasche Updates.

Was die Sicherheit anbelangt, gilt SAP deshalb vielen als Goldstandard, der für viele andere Anbieter Vorbild ist.

  1. Zusammenfassung und Fazit

SAP ist auf verschiedenen Ebenen eines der bedeutendsten Softwareunternehmen des Planeten – und nebenbei einer der ganz wenigen Global Player, der nicht in den USA oder China beheimatet ist.

In den nunmehr über 50 Jahren seit der Gründung haben weltweit unzählige tausend Unternehmen Tools der baden-württembergischen Softwareschmiede eingeführt und zu einem wichtigen Teil ihres Erfolges gemacht.

Die Gründe, warum SAP eine so beherrschende Stellung einnehmen konnte, mögen äußerst vielfältig sein. Alle zusammengenommen sind jedoch ebenso ein Statement: Wer auf SAP setzt, der profitiert nicht nur von Leistungen, die nur bei derartiger Größe angeboten werden können, sondern er trägt seinen Teil dazu bei, dieses Erfolgsmodell weiterhin auf solchem Niveau zu halten und auszubauen.

Nebenbei nutzt jeder, der SAP einführt, die für viele unternehmerische Zielsetzungen schlichtweg besten Produkte, die es auf dem Markt gibt.

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