Berufe mit Zukunft – hat KI im Handwerk wirklich keine Chance?


Das Thema künstliche Intelligenz beschäftigt die Menschen seit Ende 2022 permanent. Als Open AI mit dem Chatbot ChatGPT für Aufmerksamkeit sorgte, machte sich in vielen Branchen die Angst breit. Plötzlich galten vor allem kreative Berufe als gefährdet. Marketing-Experten, Journalisten, Grafikdesigner und Programmierer – sie alle schienen ersetzbar. Wohl dem, der im guten alten Handwerksberuf steckt, denn dort hat die KI keine Chance, oder? Ganz stimmt das nicht, denn auch auf dem Bau, in der Industrieelektrik und sogar in der Schreinerei können KI-Systeme effizient genutzt werden.

Elektrobranche profitiert von KI

Der Beruf des Elektrikers gewinnt (wieder) an Bedeutung. Die Aufstiegschancen zum Meister sind bei entsprechender Lernbereitschaft hoch, der Bedarf ist vorhanden. Die Übersicht des Elektriker Gehalts auf powerus.de zeigt außerdem, dass die Verdienstmöglichkeiten in der Branche nicht so schlecht sind. Dabei spielt es allerdings eine Rolle, ob der Weg zur Selbstständigkeit angestrebt wird. Unternehmer in der Branche verdienen mehr als Angestellte.

Aber wie sieht es mit KI aus, wird sie auch diese Branche erobern? Die Antwort lautet Ja, denn auch für Elektrofachbetriebe sind Themen wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz von Bedeutung. Dabei geht es nicht darum, menschliche Mitarbeiter zu ersetzen, sondern Arbeitsschritte zu erleichtern. KI kann in der Elektrobranche beispielsweise bei Sicherheitsprüfungen einen Mehrwert bieten. Beispiel: Die KI ermittelt auf Basis von Algorithmen, wann eine Maschine Wartungsbedarf hat. Die Meldung darüber wird automatisiert ins Auftragsbuch des Elektrikers weitergeleitet, sodass er seine Planung dahingehend optimieren kann.

Reparatur und Wartung übernimmt der Elektriker selbst, die KI unterstützt ihn lediglich dabei, unnötige Arbeiten zu vermeiden und bei Bedarf zu handeln. Wichtig ist das Thema künstliche Intelligenz auch wenn es um die Planung von Aufträgen geht. Das handgeschriebene Auftragsbuch ist längst kein Thema mehr, solche Schritte funktionieren heute elektronisch.

Obwohl die Angst vor dem Jobverlust durch KI in der Elektrobranche weniger stark verbreitet ist als in der IT beispielsweise, spielt sie auch hier eine Rolle. Handwerker können sich aber in der Regel zurücklehnen. Bis Roboter mit künstlicher Intelligenz in der Lage sind, das Arbeitsprogramm eines Menschen zu übernehmen, vergehen noch einige Jahrzehnte.

Mehr Sicherheit durch KI im Handwerk?

Optimierte Qualitätskontrollen und hochwertigere Produkte tragen zu verstärkter Sicherheit im Handwerk bei. Das Thema KI ist aus diesem Blickwinkel nicht uninteressant, da auch hier sicherheitsrelevante Funktionen vorhanden sind. Die Kombination aus Sensoren und intelligenter Software wird in Smarthomes bereits sehr erfolgversprechend eingesetzt. Künftig ist denkbar, dass solche Sensoren Warnmeldungen an Elektroservices herausgeben und so den Bedarf von Wartungen anmelden.

Neben der sogenannten „vorhersagenden Wartung“ sind auch automatisierte Fehlerdiagnosen von Bedeutung. Laut Bundesregierung ist KI dazu gemacht, das Land „voranzutreiben“. Schon heute herrscht in großen Teilen Deutschlands Handwerkermangel, gerade Privatpersonen mit scheinbar kleinen Problemen leiden darunter. Werden elektrische Haushaltsgeräte und Co. künftig mit Sensoren und KI ausgestattet, ist eine automatisierte Fehlererkennung möglich. Dadurch wird zwar die Reparatur nicht erleichtert, der Techniker bzw. Elektriker kann aber schneller arbeiten und sich auf den Einsatz vorbereiten. Das fördert die Zeit Effizienz und trägt zur Reduktion von Arbeitsstunden pro Einsatz bei.

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