8 Regeln für den totalen Stillstand in Unternehmen – Prof. Dr. Kruse
Prof. Dr. Peter Kruse (*30. Januar 1955 – † 1. Juni 2015) war ein renommierter Psychologe und Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen. Ab den 1990er Jahren widmete er sich der Unternehmensberatung mit einem Fokus auf Selbstorganisationskonzepte und deren praktische Anwendung in Unternehmen.
In einem seiner humoristisch-satirischen Vorträge präsentierte er 8 Regeln für den totalen Stillstand in Unternehmen – ein unterhaltsamer, aber zugleich ernüchternder Blick darauf, wie Organisationen unbewusst jegliche Veränderung verhindern können. Die Ironie dieses Vortrags unterstreicht die Herausforderungen, mit denen viele Unternehmen zu kämpfen haben.
Die 8 Regeln für den totalen Stillstand
Nachfolgend die 8 Regeln, deren Einhaltung sicherstellt, dass Unternehmen jegliche Weiterentwicklung blockieren:
- Führungskräfte sollen sich entweder komplett heraushalten oder alles im Griff haben
- Es gibt nur zwei Extreme: entweder vollständige Kontrolle oder absolute Passivität.
- Diskussionen über mögliche Veränderungen nur auf informeller Ebene führen
- So wird sichergestellt, dass sich nichts wirklich verändert und Gerüchte die Hauptinformationsquelle bleiben.
- Möglichst viele Aktivitäten gleichzeitig veranlassen
- Operative Hektik erzeugen und für ständige Überforderung sorgen.
- Einen umfassenden internen Wettbewerb ausrufen
- Jeder soll gegen jeden arbeiten, damit Zusammenarbeit und Teamgeist gar nicht erst aufkommen.
- Immer nach Verursachern und Schuldigen suchen
- Veränderungen niemals pragmatisch anstoßen, sondern zuerst Schuldige finden und Probleme in aller Tiefe analysieren.
- Niemals öffentlich über den Sinn und Unsinn von bestehenden Regeln diskutieren
- Bestehende Regeln nicht hinterfragen, auch wenn sie ineffizient sind.
- Beschlüsse auf formeller Ebene schnell konsensfähig machen, um sie dann informell infrage zu stellen
- Schnell scheinbares Commitment schaffen, um später insgeheim Widerstand zu leisten.
- Die Veränderungsgeschwindigkeit auf der Beschlussebene immer höher halten als auf der Umsetzungsebene
- Maximale Dynamik bei Entscheidungen, minimale Umsetzungsgeschwindigkeit.
Fazit
Prof. Dr. Kruse stellte mit diesen 8 Regeln auf humorvolle Weise dar, wie Unternehmen unbewusst ihre eigene Innovationskraft sabotieren. Diese Prinzipien können als eine Art Negativ-Checkliste dienen, um zu vermeiden, dass eine Organisation in die Falle des Stillstands tappt. Stattdessen sollten Unternehmen sich bewusst für eine dynamische und lernorientierte Kultur entscheiden, in der Wandel nicht als Bedrohung, sondern als Chance wahrgenommen wird.
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