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Quantifizierbarer Nutzen von Six Sigma

Was letztendlich bei jeder Qualitätsoffensive interessiert ist der Nutzen im Verhältnis zum Aufwand – ob in Form von Profitsteigerung, erhöhter Kundenzufriedenheit, mehr Marktanteilen oder gesteigerter Mitarbeitermotivation und Know-How. Six Sigma liefert zu all den genannten Punkten einen signifikanten Beitrag. Sehen wir uns das etwas näher an.

Die Profitsteigerung, oder der direkte Nutzen, lässt sich gut quantifizieren. Six Sigma ist ein ergebnisorientierter und in klar definierten Projekten strukturierter Ansatz. Zur Projektdokumentation gehört immer auch eine Analyse der Kosten und der durch die Verbesserung erzielten Einsparungen bzw. Produktivitätssteigerungen. Somit stehen verlässliche und genaue Zahlen für den direkten finanziellen Benefit zur Verfügung. Laut einer von der ASQ (American Society for Quality) publizierten Studie aus dem Jahr 2012 über knapp 30 Six Sigma-Unternehmen unterschiedlicher Branchen liegen die jährlich lukrierten Einsparungen im Bereich von 1 bis 2 %, in Einzelfällen bis über 6 % des Jahresumsatzes. Das Verhältnis der Einsparungen zu den Kosten der Six Sigma-Implementierung bewegt sich dabei im Bereich von 2 bis 2,6 zu 1, d.h. für jeden in Six Sigma investierten Euro bekommt man mehr als 2 Euro zurück. Meine persönlichen Erfahrungen in der Elektronikindustrie zeigen ein ähnliches, wenn nicht sogar noch günstigeres Bild: Einsparungen im Bereich des 5- bis 10-fachen der Projektkosten sind an der Tagesordnung.

Schwerer zu quantifizieren aber nicht weniger wichtig sind die indirekten Benefits. Durch verbesserte Qualität steigt die Kundenzufriedenheit und damit in vielen Fällen auch Absatz und Marktanteil. Dieser strategische Nutzen kann nur für jeden individuellen Fall geschätzt werden, etwa mit 250.000 Euro für ein Projekt mittleren Umfangs im Bereich der Elektronikindustrie.

Kaum Schätzungen gibt es hingegen für den monetären Nutzen des durch das Six Sigma-Programm gesteigerten Mitarbeiter-Engagements und Fachwissens. Die Green und Black Belts eines Unternehmens durchlaufen eine hochwertige Ausbildung, was vielfach zu Recht als Incentive und Zeichen persönlicher Wertschätzung gesehen wird. Durch das Six Sigma-Training wird ein auf Zahlen, Daten und Fakten sowie statistischen Werkzeugen beruhendes Mindset vermittelt, welches die betroffenen Mitarbeiter auch außerhalb von Six Sigma-Projekten in ihrer täglichen Arbeit bei der Lösungs- und Entscheidungsfindung einsetzen und damit indirekt den Unternehmenserfolg steigern.

Noch ein Wort zu den Kosten der Six Sigma-Implementierung: diese setzen sich zusammen aus initialen Kosten (für Consulting, Training und Administration) und laufenden Kosten (Projekt-bezogene Ressourcen, gegebenenfalls begleitendes Consulting). Der Return on Invest kommt mit etwas Verzögerung: substanzielle Netto-Einsparungen stellen sich spätestens im 2. Jahr nach Beginn der Implementierung ein. Six Sigma ist also nichts für das schnelle Geld. Ist das Programm jedoch einmal im Unternehmen etabliert, lohnen schnelle, auf jeden Fall aber nachhaltige Erfolge in zahlreichen Projekten die Investition.

Mehr zum Thema auch auf http://technik-karriere.at/


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