Shainin


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Zur Person des Dorian Shainin

Dorian Shainin (1914 – 2000) war ein amerikanischer Ingenieur japanischer Abstammung, der sich mit der Verbesserung von Qualität und Zuverlässigkeit beschäftigt und fundamentale Qualitätsparadigmen aufgestellt hat. Zudem war er von etwa 1950 – 1990 Professor an der University of Connecticut und Berater zahlreicher namhafter Industrieunternehmen: NASA, Rolls-Royce, Exxon, Ford, Polaroid, Hewlett-Packard, AT&T, etc.

Auf Dorian Shainin gehen zahlreiche Methoden der Qualitätssicherung und -verbesserung zurück. Viele dieser Methoden wurden ab den 1990er Jahren durch das Aufkommen elektronischer Datenverarbeitung und der Möglichkeiten statistische Methoden zu nutzen, in die Qualitätsphilosophie SIX SIGMA integriert.

Die Methodik: Variablen- und Komponentenvergleich nach Shainin

Eine einfache und effektive, folglich nachhaltige Methode, die Dorian Shainin entwickelt hatte und noch heute seinen Namen trägt und auch verwendet wird ist der Variablen- und Komponentenvergleich nach Shainin.

Dorian Shainin hat bereits in den 1950er Jahren herausgefunden, dass in Produktionsprozessen meist nur wenige Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Diese Faktoren hat Shainin als Red X (Rotes X) bezeichnet. Später kam der Begriff Rosa X hinzu, um Faktoren zu benennen, die weniger dominant sind oder in Wechselwirkungen mit anderen Faktoren einen wesentlichen Beitrag zur Streuung von Prozessen liefern.

Nutzen und Zielsetzung

Mit der Methode Variablen- und Komponentenvergleich nach Shainin lassen sich das Rote X und das Rosa X mit einfachen Mitteln identifizieren.

Die Methodiken Variablenvergleich und der Komponententausch gehören in die Gruppe der einfachen Versuchsstrategien: Mit geringem Aufwand lassen sich die wichtigsten Faktoren identifizieren, um Ursachen für Streuung von Prozessen und Ausfälle von Produkten erkennen zu können.

Die Ursachenanalyse nach Shainin ist eine pragmatische Vorgehensweise, um schnell und systematisch Fehler einzugrenzen und die Fehlerursache(n) zu identifizieren.

Die Vorteile der Methode von Shainin liegen auf der Hand:

  • praxisnah mit geringem Versuchsumfang
  • Orientierung am Fehler
  • pragmatische Fehlerbeseitigung
  • systematische, strukturierte und nachvollziehbare Vorgehensweise

Es ist das Ziel, ein technisch-funktionales Verständnis für den Prozess zu entwickeln, wie die relevanten Parameter zusammenwirken. Dadurch kann erklärt werden, wie und warum das gewünschte, gute Produkt bzw. Prozessergebnis entsteht. Ebenso ist dann erklärbar, wie, warum und unter welchen Bedingungen der Fehler auftritt. Aufbauend auf diesem Funktionsverständnis werden Funktionshypothesen entwickelt und durch Maßnahmen zur Bestätigung getestet.

Die Methode nach Shainin wird heute im Umfeld weiterer effektiver Methoden eingesetzt.

Shainin hilft, die in Unternehmen begrenzten Ressourcen zu fokussieren. Als ergänzende Methoden können die Prozessanalyse in Form von Prozess-Landkarten, Ursache-Wirkungs-Matrix, Ishikawa-Diagramme und insbesondere die Funktionsanalyse aus TRIZ sowie zur Lösungssuche die innovativen Lösungsprinzipien aus TRIZ verwendet werden.

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