Nichtkonformität


Nichtkonformität

Englisch: nonconformity, nonconformance Fehler

Nichtkonformität, auch als Nichtübereinstimmung bezeichnet, ist ein wichtiger Begriff im Qualitätsmanagement und bezieht sich auf die Nichterfüllung von Anforderungen, Standards oder Normen. Sie kann in verschiedenen Bereichen auftreten, sowohl in Prozessen als auch in Produkten. Dieser Lexikon-Eintrag erklärt die Definition, Ziele, Nutzen, die Vorgehensweise zur Bewältigung von Nichtkonformitäten und bietet Verweise auf relevante Normen.

Nichtkonformität Definition

Nichtkonformität, auch als Nichtübereinstimmung oder Nonkonformität bekannt, bezieht sich auf das Versagen oder die Nichterfüllung von definierten Anforderungen, Standards oder Normen. Dieser Zustand kann in verschiedenen Situationen auftreten, angefangen bei Produktionsprozessen bis hin zur Qualität von Endprodukten. Nichtkonformität kann sowohl geringfügig als auch schwerwiegend sein, je nach den Auswirkungen und der Bedeutung der Nichterfüllung der Anforderungen.

Ziele und Nutzen

Ziele:

Die Ziele im Umgang mit Nichtkonformität sind vielfältig und umfassen:

  1. Qualitätssicherung: Sicherstellen, dass Produkte und Prozesse den festgelegten Qualitätsstandards und Normen entsprechen.
  2. Kostenreduzierung: Vermeidung von Ausschuss und Fehlerkosten, die bei Nichtkonformität auftreten können.
  3. Kunden- und Marktanforderungen: Erfüllung der Kundenerwartungen und der geltenden Marktstandards.
  4. Rechtliche Konformität: Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und Regulierungen, die für bestimmte Branchen gelten.
  5. Kontinuierliche Verbesserung: Identifikation von Schwachstellen und Möglichkeiten zur Prozessoptimierung.

Nutzen:

Der Umgang mit Nichtkonformitäten bietet zahlreiche Vorteile, darunter:

  1. Qualitätssicherung: Verbesserung der Produktqualität und Kundenzufriedenheit.
  2. Effizienzsteigerung: Reduzierung von Ausschuss und Produktionsfehlern.
  3. Risikominimierung: Vermeidung von rechtlichen Konsequenzen und Marktrisiken.
  4. Reputation: Aufrechterhaltung eines positiven Unternehmensimages und Vertrauens bei Kunden und Partnern.
  5. Kostenkontrolle: Reduzierung von Ausschusskosten und möglichen finanziellen Verlusten.

Beispiele für Nichtkonformität

Nichtkonformitäten können in unterschiedlichem Ausmaß auftreten:

Geringfügige Nichtkonformität

Geringfügige Nichtkonformitäten sind kleine Abweichungen von Anforderungen, die in der Regel keine schwerwiegenden Auswirkungen haben. Beispiele hierfür sind:

  • Einzelne unerlaubte Änderungen in der Berichterstattung.
  • Falsche Sortierung von mangelhaften Produkten.
  • Unsachgemäße Anlagenkalibrierung.

Schwerwiegende Nichtkonformität

Schwerwiegende Nichtkonformitäten sind erhebliche Abweichungen von Qualitätsanforderungen und wichtigen Normen wie ISO 9001 oder ISO 14000. Sie können langfristige negative Auswirkungen auf Prozesse und Produkte haben und erhebliche Kosten für Unternehmen verursachen. Beispiele sind:

  • Wiederholte nicht genehmigte Änderungen.
  • Auslieferung von nicht getesteten Produkten.
  • Nichtdurchführung von Korrekturmaßnahmen.

Vorgehensweise im Umgang mit Nichtkonformitäten

Der Umgang mit Nichtkonformitäten erfordert eine strukturierte Vorgehensweise:

  1. Identifizierung der Fehlerquelle: Die Ursache der Nichtkonformität muss ermittelt werden.
  2. Dokumentation der Nichtkonformität: Alle Details der Nichtkonformität, einschließlich der Art des Problems und der weiteren Vorgehensweise, müssen erfasst werden.
  3. Bewertung der Nichtkonformität: Es muss festgestellt werden, ob weitere Untersuchungen erforderlich sind und ob Korrektur- und Präventivmaßnahmen notwendig sind.
  4. Aussonderung von nicht konformen Produkten: Produkte, die nicht den Anforderungen entsprechen, sollten getrennt und verwaltet werden.
  5. Entsorgung von nicht konformen Produkten: Nicht konforme Produkte sollten ordnungsgemäß entsorgt oder zurückgesandt werden.

Verweise auf Normen

Im Zusammenhang mit Nichtkonformität sind verschiedene Normen relevant, darunter:

  • ISO 9001: Die Norm für Qualitätsmanagement legt die Anforderungen für Qualitätsmanagementsysteme fest und bietet Richtlinien zur Identifizierung und Behandlung von Nichtkonformitäten.
  • ISO 14000: Diese Norm zielt auf Umweltmanagement ab und legt Standards und Anforderungen für die Identifizierung und Vermeidung von umweltbezogenen Nichtkonformitäten fest.
  • Code of Federal Regulations (CFR): Dieses Regelwerk enthält Vorschriften für verschiedene Branchen in den USA und bietet Anleitungen zur Behandlung von Nichtkonformitäten in bestimmten Bereichen.

Nichtkonformität ist ein wesentlicher Begriff im Qualitätsmanagement und spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherung von Qualität, Effizienz und Einhaltung von Normen und Standards. Ein strukturiertes Vorgehen im Umgang mit Nichtkonformitäten ist unerlässlich, um die Qualität von Produkten und Prozessen zu gewährleisten und rechtliche sowie finanzielle Risiken zu minimieren. Die Beachtung von Normen wie ISO 9001 und ISO 14000 ist dabei von großer Bedeutung.