Matrixanalyse


Matrixanalyse

Eine Entscheidungsmatrix ist ein systematisches Werkzeug zur Entscheidungsfindung, das hilft, verschiedene Alternativen anhand festgelegter Kriterien zu bewerten. Es ist besonders nützlich in der Betriebswirtschaft, im Projektmanagement und bei strategischen Entscheidungen.

Ziele:

  • Systematische und objektive Entscheidungsfindung
  • Transparenz und Nachvollziehbarkeit im Entscheidungsprozess
  • Vergleichbarkeit verschiedener Alternativen

Vorgehen:

  1. Kriterien festlegen: Bestimmen Sie die relevanten Kriterien, nach denen die Alternativen bewertet werden sollen.
  2. Alternativen identifizieren: Sammeln Sie alle möglichen Handlungsoptionen.
  3. Bewertung: Bewerten Sie jede Alternative für jedes Kriterium, meist auf einer Skala von 1 bis 10.
  4. Gewichtung: Weisen Sie jedem Kriterium eine Gewichtung zu, basierend auf seiner Wichtigkeit.
  5. Berechnung: Multiplizieren Sie die Bewertungen mit den Gewichtungen und summieren Sie die Ergebnisse für jede Alternative.
  6. Entscheidung: Die Alternative mit der höchsten Gesamtpunktzahl wird als die beste Option ausgewählt.

Beispiel:

Angenommen, ein Unternehmen möchte einen neuen Lieferanten wählen und bewertet drei Alternativen (A, B, C) anhand der Kriterien Kosten, Qualität und Lieferzeit.

KriteriumGewichtungAlternative AAlternative BAlternative C
Kosten0.5867
Qualität0.3796
Lieferzeit0.2658

Berechnung:

  • Alternative A: (80.5) + (70.3) + (6*0.2) = 4 + 2.1 + 1.2 = 7.3
  • Alternative B: (60.5) + (90.3) + (5*0.2) = 3 + 2.7 + 1 = 6.7
  • Alternative C: (70.5) + (60.3) + (8*0.2) = 3.5 + 1.8 + 1.6 = 6.9

Vor- und Nachteile einer Entscheidungsmatrix

Vorteile:

  • Objektivität: Durch die klare Struktur und Gewichtung der Kriterien wird eine objektive Bewertung ermöglicht.
  • Transparenz: Der Entscheidungsprozess ist nachvollziehbar und transparent.
  • Vergleichbarkeit: Verschiedene Alternativen können direkt miteinander verglichen werden.

Nachteile:

  • Subjektivität bei der Gewichtung: Die Gewichtung der Kriterien kann subjektiv sein und das Ergebnis beeinflussen.
  • Komplexität: Bei einer großen Anzahl von Kriterien und Alternativen kann die Matrix komplex und unübersichtlich werden.
  • Zeitaufwand: Die Erstellung und Auswertung der Matrix kann zeitaufwendig sein.

Anwendungsmöglichkeiten:

Die Entscheidungsmatrix kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, wie zum Beispiel:

  • KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess): Erarbeitung und Bewertung von Verbesserungsmaßnahmen.
  • Prozessoptimierung: Identifikation und Auswahl der besten Prozessoptimierungsmaßnahmen.
  • Operational Excellence: Entscheidungsfindung im Rahmen von Initiativen zur Steigerung der operativen Effizienz.
  • Reklamationsmanagement: Bewertung und Priorisierung von Maßnahmen zur Bearbeitung von Kundenreklamationen.

Fazit:

Eine Entscheidungsmatrix ist ein nützliches Werkzeug für die strukturierte und objektive Entscheidungsfindung. Durch die Bewertung und Gewichtung von Kriterien können verschiedene Alternativen transparent und vergleichbar gemacht werden. Trotz einiger Nachteile bietet die Entscheidungsmatrix eine gute Grundlage für fundierte Entscheidungen.