ISO/IEC 19510:2013
Business Process Model and Notation (BPMN)
Die Norm ISO/IEC 19510:2013 beschreibt die Spezifikation der Business Process Model and Notation (BPMN), einer international anerkannten Methode zur grafischen Modellierung von Geschäftsprozessen. BPMN ermöglicht Unternehmen, Prozesse einheitlich und verständlich darzustellen, sodass sie von verschiedenen Stakeholdern – darunter Geschäftsanalysten, Entwickler und Management – gleichermaßen interpretiert und optimiert werden können.
Geschäftsprozesse sind ein essenzieller Bestandteil jedes Unternehmens, da sie die Grundlage für die Organisation, Automatisierung und Optimierung von Abläufen bilden. Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst die Bedeutung einer standardisierten Prozessnotation, die sowohl für Menschen als auch für Maschinen verständlich ist. ISO/IEC 19510:2013 stellt sicher, dass BPMN als universelle Sprache für Geschäftsprozesse genutzt werden kann, um die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen und Unternehmen zu erleichtern.
Die Norm definiert dabei nicht nur die Syntax und Semantik der BPMN-Symbole, sondern legt auch fest, wie Prozesse strukturiert und modelliert werden sollen. Unternehmen, die BPMN nutzen, profitieren von einer klaren und einheitlichen Dokumentation ihrer Geschäftsabläufe, was langfristig die Effizienz und Transparenz verbessert.
Definition und Zweck von ISO/IEC 19510:2013
ISO/IEC 19510:2013 ist ein internationaler Standard, der die BPMN-Spezifikation offiziell festlegt. Er wurde gemeinsam von der International Organization for Standardization (ISO) und der International Electrotechnical Commission (IEC) entwickelt und dient als Grundlage für die Prozessmodellierung in verschiedenen Branchen.
Die Hauptziele von ISO/IEC 19510:2013 sind:
- Standardisierung der Geschäftsprozessmodellierung:
- Einführung einer weltweit einheitlichen Sprache zur Darstellung von Prozessen.
- Verbesserung der Kommunikation zwischen technischen und nicht-technischen Stakeholdern.
- Förderung der Prozessautomatisierung:
- Unterstützung von Prozess-Engines, die BPMN-Modelle direkt ausführen können.
- Verbesserung der Integration zwischen Geschäftsprozessen und IT-Systemen.
- Optimierung und Analyse von Geschäftsprozessen:
- Erleichterung der Identifikation von Engpässen und Verbesserungspotenzialen.
- Möglichkeit, verschiedene Szenarien zu simulieren und Prozesseffizienz zu bewerten.
Die wichtigsten Bestandteile von BPMN
Die Norm ISO/IEC 19510:2013 definiert eine Vielzahl von Elementen, die zur Darstellung von Geschäftsprozessen verwendet werden. Diese Elemente lassen sich in mehrere Hauptkategorien einteilen:
1. Flow-Objekte (Ablaufobjekte)
Flow-Objekte sind die zentralen Bausteine eines BPMN-Diagramms und umfassen:
- Ereignisse: Diese markieren den Beginn, das Ende oder Zwischenzustände eines Prozesses (z. B. Start-, Zwischen- und Endereignisse).
- Aktivitäten: Diese stehen für auszuführende Aufgaben oder Unterprozesse.
- Gateways: Sie steuern den Fluss eines Prozesses und entscheiden über alternative oder parallele Abläufe.
2. Verbindende Elemente
Diese Elemente zeigen die Beziehungen zwischen den Flow-Objekten an:
- Sequenzflüsse: Definieren die Reihenfolge von Aktivitäten.
- Nachrichtenflüsse: Zeigen die Kommunikation zwischen verschiedenen Prozessen oder Organisationseinheiten.
- Assoziationen: Verbinden Zusatzinformationen, wie Anmerkungen, mit Prozessobjekten.
3. Schwimmbahnen (Swimlanes)
Swimlanes sind visuelle Container, die Verantwortlichkeiten innerhalb eines Prozesses verdeutlichen. Dazu gehören:
- Pools: Sie repräsentieren verschiedene Organisationseinheiten oder Geschäftspartner.
- Lanes: Diese unterteilen einen Pool weiter und zeigen, welche Rolle oder Abteilung für bestimmte Aktivitäten verantwortlich ist.
4. Artefakte
Artefakte helfen, zusätzliche Informationen zu einem Prozess bereitzustellen, z. B.:
- Datenobjekte: Repräsentieren Informationen, die im Prozess verwendet oder erzeugt werden.
- Annotations: Dienen der zusätzlichen Beschreibung von Prozessen.
Nutzen von ISO/IEC 19510:2013
Unternehmen profitieren in mehrfacher Hinsicht von der Anwendung der BPMN-Spezifikation:
- Erhöhte Transparenz: Klare Darstellung von Geschäftsprozessen erleichtert das Verständnis und die Optimierung.
- Verbesserte Kommunikation: Einheitliche Notation ermöglicht eine einheitliche Sprache zwischen Fachabteilungen und IT-Teams.
- Erleichterte Automatisierung: BPMN kann direkt in Workflow-Systeme integriert werden.
- Effizienzsteigerung: Analyse und Optimierung von Prozessen werden erleichtert.
Fazit
ISO/IEC 19510:2013 bildet die Grundlage für eine einheitliche und verständliche Prozessmodellierung mit BPMN. Unternehmen, die diesen Standard nutzen, profitieren von besserer Kommunikation, effizienteren Abläufen und einer einfacheren Automatisierung. Durch die klare Definition von Notationselementen stellt BPMN eine leistungsfähige Methode dar, um Geschäftsprozesse zu visualisieren, zu analysieren und kontinuierlich zu verbessern. Als internationaler Standard trägt ISO/IEC 19510:2013 dazu bei, eine universelle Sprache für Geschäftsprozesse zu schaffen, die branchenübergreifend einsetzbar ist.

