Ishikawa – Ursache-Wirkungs-Diagramm


Ursache-Wirkungs-Diagramm Definition

Ein Ursache-Wirkungs-Diagramm ist eine graphische Darstellung von Ursachen, die zu einem Ergebnis führen oder dieses maßgeblich beeinflussen. Alle Problemursachen sollen so identifiziert und ihre Abhängigkeiten mit Hilfe des Diagramms dargestellt werden.

Das Ishikawa-Diagramm wurde Anfang der 1940er Jahre vom japanischen Wissenschaftler Kaoru Ishikawa entwickelt und später auch nach ihm benannt. Diese Technik wurde ursprünglich im Rahmen des Qualitätsmanagements zur Analyse von Qualitätsproblemen (Ursprung: Fishbone-Ansatz) und deren Ursachen angewendet. Heute lässt sie sich auch auf andere Problemfelder übertragen und hat eine weltweite Verbreitung gefunden.

Weitere Werkzeuge zur Untersuchung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen sind die Ursache-Wirkungs-Tabelle (engl. Cause and Effect Matrix) oder die Fehlerbaumanalyse (engl. Fault Tree Analysis) .

Synonyme

Das Ursache-Wirkungs-Diagramm bzw. Cause and Effect Diagram hat mehrere Bezeichnungen. Zum einen wird das Ishikawa-Diagramm nach seinem Erfinder benannt. Andere sehr geläufige Bezeichnungen sind Fischgrät-Diagramm / Fischgräten-Diagramm bzw. Fishbone Diagram, da es für den Betrachter wie die Gräten eines Fisches aussieht. Würde man das Diagramm um 90° gegen den Uhrzeigersinn drehen, sieht es für den Betrachter wie ein Baum aus. Die Bezeichnungen Fehlerbaum-Diagramm bzw. Tannenbaum-Diagramm sind jedoch durch die Methode der Fehlerbaumanalyse belegt.

Erstellung des Ursache-Wirkungs-Diagramms

Die Vorgehensweise besteht aus fünf aufeinander folgenden Schritten.

U-W-Diagramm zeichnen und die Haupteinflussgrößen eintragen

Ausgangspunkt ist ein horizontaler Pfeil nach rechts, an dessen Spitze das möglichst prägnant formulierte Ziel oder Problem steht – beispielsweise: schlechte Kundenberatung. Darauf stoßen schräg die Pfeile der Haupteinflussgrößen, die zu einer bestimmten Wirkung führen. Ein Pfeil bedeutet … trägt dazu bei, dass ….

Ursprüngliche Haupteinflussgrößen, wie beispielsweise die 4M (Material, Maschine, Methode, Mensch) bzw. 8M (erweitert um Management, Mitwelt (Milieu), Messung und Geld (Money)) werden heute von sämtlichen sonstigen, notwendigen Einflussgrößen (beispielsweise Prozesse, Umfeld etc.) ergänzt.

Ishikawa in der Fertigung / Montage

beispiel ishikawa produktivitaet

Haupt- und Nebenursachen erarbeiten

Unter Verwendung von Kreativitätstechniken werden potentielle Ursachen erforscht. In Form von kleineren Pfeilen werden diese auf der Linie der jeweiligen Haupteinflussgrößen dargestellt. Liegen weitere Ursachen zugrunde, kann weiter verzweigt werden; dadurch ergibt sich eine immer feinere Verästelung.

Vollständigkeit überprüfen

Überprüfen, ob wirklich alle möglichen Ursachen berücksichtigt wurden. Durch die Visualisierung ist es oft leichter, weitere Ursachen zu finden.

Auswahl der wahrscheinlichen Aussagen

Potentielle Ursachen werden bezüglich ihrer Bedeutung und Einflussnahme auf das Problem gewichtet. Weiter wird die Ursache mit der höchsten Wahrscheinlichkeit bestimmt.

Überprüfung der wahrscheinlichsten Ursache auf Richtigkeit

Anhand der Kenntnisse und Erfahrungen von Fachkräften wird abschließend analysiert, ob auch tatsächlich die richtige Ursache für das Problem ermittelt wurde. Statistisch kann die Annahme, dass die identifizierte Ursache eine Hauptursache ist, mit einem Signifikanztest (Hypothesentest) gestützt werden.

Beispiel

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Produktivitätssteigerung in einem Betrieb

Im hier dargestellten Beispiel stellt die Produktivitätssteigerung eine zu erzielende Wirkung dar. Um zu diesem Ergebnis zu kommen müssen alle relevanten Einflüsse stimmen. Dazu wurden aus den Haupteinflussgrößen der 7-M-Methode sechs ausgewählt (hier Ausrüstung (besser Maschinen), Umwelt (oder auch Milieu bzw. Mitwelt), Menschen, Maschinen, Materialien, Methoden) und zu jedem mindestens eine Ursache gesucht und an den Wirkungspfeil angetragen.

Zur Ursachenkategorie Mensch, mit dem Ziel eine Produktivitätssteigerung zu erreichen, sind dann die Wirk-Ursachen Ausbildung, Motivation, Müdigkeit und Störer angetragen worden. In einem weiteren Schritt könnten diese näher untersucht werden, bspw. auf ihre Ursachen oder auch ihre Art der Auswirkung auf die zu erzielende Wirkung. Davon ausgehend können für die Problemlösung oder Zielerreichung Handlungsansätze abgeleitet werden. Also könnte man Störer und Störungen verhindern, die Motivation erhöhen oder die Ausbildung der Mitarbeiter verbessern, um eine Produktivitätssteigerung zu erzielen.

Anwendungsbereich

  • Zur systematischen und vollständigen Ermittlung von Problemursachen
  • Analyse und Strukturierung von Prozessen
  • Wenn das Beziehungsgeflecht komplexer Strukturen (Ursache-Wirkungs-Geflecht) zu visualisieren und zu gewichten ist
  • Eignet sich für die Erörterung jeglicher Problemstellungen, innerhalb eines Teams (Brainstorming in einer Gruppe bzw. in einem Team)

Bewertung

Vorteile

  • Gute Diskussionsgrundlage bei Gruppenarbeit
  • Teamarbeit ermöglicht vielseitige Betrachtungsweise
  • Geringer Aufwand bei der Durchführung
  • Leicht erlern- und anwendbar
  • Förderung eines besseren Verständnisses von Problemen und ihrer vielseitigen Ursachen

Nachteile

  • Unübersichtlich und umfangreich bei komplexen Problemen
  • Keine vernetzten Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge darstellbar
  • Wechselwirkungen und zeitliche Abhängigkeiten werden nicht erfasst

Ishikawa Beispiel

Ishikawa Kaoru

Ishikawa Kaoru (jap. 石川 馨; * 1915 in Tokio; † 16. April 1989) war ein renommierter japanischer Chemiker, der bahnbrechende Beiträge zur Qualitätskontrolle und -verbesserung geleistet hat. Er ist insbesondere bekannt für die Entwicklung des nach ihm benannten Ishikawa-Diagramms im Jahr 1943 und wird oft als der „Vater der japanischen Qualitätskontrolle“ bezeichnet.

Lebensweg

Ishikawa erlangte 1939 seinen Abschluss in Chemie an der Universität Tokio und sammelte wertvolle berufliche Erfahrungen bei der Nissan Liquid Fuels Co., Ltd. Später trat er als Technischer Spezial-Offizier in die japanische Marine ein. Bereits im Jahr 1943 entwickelte er sein erstes Ursache-Wirkungs-Diagramm, das auch als Fischgräten-Diagramm bekannt ist. Dieses innovative Werkzeug diente der Identifizierung von Ursachen für Probleme in Materialien, Methoden, Maschinen und menschlichem Handeln. Es zählt zu den sieben grundlegenden Qualitätswerkzeugen, auch als „Seven Tools of Quality“ oder kurz Q7 bezeichnet.

Ab 1949 wurde Ishikawa Mitglied der Japanese Union of Scientists and Engineers (JUSE) und war aktiv an deren Forschungsgruppe zur Qualitätssicherung beteiligt, während er gleichzeitig an der Universität Tokio lehrte. Innerhalb dieses Zeitraums wurde das Konzept des Qualitätssicherungs-Zirkels entwickelt und angewendet, das weltweit als Qualitätszirkel (Quality Circle) bekannt wurde. Ishikawa wird als Vorreiter qualitätsbezogener Aktivitäten in Japan angesehen und war zeitweise Präsident der Japanese Union of Scientists and Engineers. Er unterstützte auch die Bemühungen des japanischen Ministeriums für internationalen Handel und Industrie (MITI) zur Förderung von Aktivitäten, die zum Vorteil Japans waren.

Unternehmensweite Qualitätskontrolle (Company-Wide Quality Control)

Basierend auf den Arbeiten von William Edwards Deming, Joseph M. Juran und insbesondere Armand V. Feigenbaum entwickelte Ishikawa das Konzept der Unternehmensweiten Qualitätskontrolle (Company-Wide Quality Control, CWQC). Dieses Konzept betonte die Beteiligung aller Mitarbeiter auf allen Hierarchieebenen und legte den Fokus auf die Erfüllung der Kundenanforderungen in allen Unternehmensaktivitäten.

Die zugrunde liegende Qualitätsphilosophie kann in folgenden Grundsätzen zusammengefasst werden:

  • Qualität hat Vorrang vor kurzfristigem Gewinn.
  • Kundenorientierung sollte in allen Phasen des Produktentstehungsprozesses gewährleistet sein.
  • Aufbau von starken Kunden-Lieferanten-Beziehungen im gesamten Unternehmen.
  • Verwendung von Daten und statistischen Methoden zur Entscheidungsfindung.
  • Berücksichtigung von humanitären und sozialen Aspekten.
  • Einbeziehung und Mitwirkung aller Mitarbeiter auf allen Managementebenen (strategisch, taktisch, operativ).
  • Einführung von Qualitätszirkeln auf allen Hierarchieebenen.

Dieses Konzept baut maßgeblich auf dem Total-Quality-Management (TQM) auf, unterscheidet sich jedoch durch die starke Betonung der Mitarbeiterbeteiligung und die Verteilung von Qualitätsaufgaben im gesamten Unternehmen statt in spezielle Abteilungen.

Werke

  • „What Is Total Quality Control?: The Japanese Way“ (Prentice Hall, 1985, ISBN 0-13-952433-9).
  • „How to Operate QC Circle Activities“ (American Society for Quality, 1985).
  • „Guide to Quality Control“ (Asian Productivity Organization, 1986, ISBN 92-833-1035-7).

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