Innovationskultur


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Innovationskultur

Eine innovationsfördernde Unternehmenskultur – wir nennen es die Innovationskultur – ist das dritte Element um erfolgreich innovative Produkte und Prozesse zu erzeugen.
Kreativität braucht Freiräume, Experimentierfreude, Neugierde, Zeit, Aufgeschlossenheit und auch Risikobereitschaft. Viele Ideen von überaus erfolgreichen Neuprodukte oder bahnbrechenden Innovationen waren gleichzeitig auch in anderen Unternehmen vorhanden. Trotzdem hatte nur ein einziges Unternehmen – vielleicht nur ein einzelner Mitarbeitern den Mut und die Beharrlichkeit, aus dieser Idee ein Produkt zu machen und es am Markt anzubieten – trotz aller Kritik und entgegen der Mehrheitsmeinung.

Dies ist dann der von allen Seiten bewunderte Trendsetter oder Innovator, der Alleinstellungsmerkmale bietet und vielfach beneidete Premiumpreise erzielen kann. Die unternehmenseigenen Wertvorstellungen, Bewertungskriterien und Ressourcenverteilungsprozesse sind dafür verantwortlich, dass ein solcher Markterfolg den „Nicht-Innovatoren“ versagt geblieben ist.

Die im Unternehmen existierenden Werte, Kriterien und Prozesse waren gut und richtig für das Umfeld in der Vergangenheit, durch sie wurden die Unternehmenserfolge erst möglich. Werden sie jedoch beim Auftreten neuer Ideen und Durchbruchsinventionen nicht hinterfragt und angepasst, verhindern sie u.U. zukünftige Erfolge. Diese Blindheit zu vermeiden und die Chancen zu erkennen – dabei können die Innovationsmethoden zuverlässige Hilfestellung geben.

Wichtig für den gesamten Innovationsprozess ist, Markt- und Bedürfnisveränderungen frühzeitig zu erkennen, auf den Kundennutzen zu fokussieren und gleichzeitig die Kreativität der Mitarbeiter zu fördern. Wir bezeichnen dies als wertorientierte Innovation. Hier unterstützen wir Sie pragmatisch durch Moderation, Visualisierung, gekonntem Methodeneinsatz und langjähriger Erfahrung.

Wer immer nur die gleichen Wege geht, sollte sich nicht wundern, wenn er immer am gleichen Ort heraus kommt. Vielleicht versuchen Sie  mal was Neues.

Unter dem Begriff Innovationskultur werden alle Normen, Wertvorstellungen und Denkhaltungen verstanden, die das Verhalten der am Neuerungsprozess beteiligten Personen prägen und an denen diese sich orientieren. Da es sich bei Innovationsprozessen regelmäßig um bereichsübergreifende Vorgänge handelt, fungiert die Innovationskultur als eine Art Querschnittskultur, die von sämtlichen Prozessbeteiligten geprägt und getragen wird.[1]

Die Innovationskultur beschreibt eine spezifische Ausprägung der Organisationskultur, die vor allem die Generierung von Innovationen im Unternehmen fördern soll. Die durch die Innovationskultur geschaffenen positiven Anreize auf die Mitarbeiter führen zu einer Erhöhung der Innovationskraft des Unternehmens.

Geschichte

Die Thematik der Innovationskultur findet schon seit über vierzig Jahren in der betriebswirtschaftlichen Literatur Beachtung (bspw. Burns/Stalker, 1961) und wird seit einigen Jahren als eigenständige Teilfunktion der Organisationskultur angeführt.[2]

Merkmale einer Innovationskultur

Um ihre Koordinations-, Integrations- und Motivationsfunktion im Innovationsprozess wahrnehmen zu können, sollte eine Innovationskultur vor allem die folgenden Merkmale erfüllen:

  • Ein essentieller Bestandteil ist das Vertrauen in die Mitarbeiter. Innovative Unternehmen etablieren eine Vertrauenskultur, in der die Mitarbeiter eigenverantwortlich agieren können und kreative Freiräume haben. Wirksame Arbeits-, Führungs- und Beteiligungskonzepte bilden hierfür die Voraussetzung.
  • Ein hoher Stellenwert von Innovation und Kreativität ist ein wichtiges Merkmal innovativer Unternehmenskulturen. Dies setzt eine Verankerung im Symbol- und Wertesystem voraus (z. B. in den Unternehmensgrundsätzen und durch ein glaubwürdiges „Vorleben“ durch das Top-Management), um die Kultur für die Mitarbeiter sicht- und erfahrbar zu gestalten.
  • Innovative Mitarbeiter werden unterstützt und gezielt gefördert. „Innovations-Champions“ werden erkennbar gewürdigt, und besonders innovative Mitarbeiter werden belohnt und zu Vorträgen und Veröffentlichungen ermutigt (Anreizsystem). Oftmals partizipieren die Mitarbeiter direkt an dem Erfolg der Innovationsprojekte oder bekommen eine „Innovationsprämie“.
  • Innovationsvorhaben sind immer mit Risiken behaftet und gelegentliche Fehlschläge daher unvermeidlich. Innovationsfördernde Kulturen zeichnen sich deshalb durch eine hohe Toleranz gegenüber Fehlern und Misserfolgen aus („trial and error“). Fehler werden nicht sanktioniert, sondern als eine Chance gesehen, um für die Zukunft zu lernen.
  • Schließlich ist ein Informations- und Kommunikationsverhalten erforderlich, das wichtige Informationen nicht unterdrückt, sondern sie für die am Innovationsprozess beteiligten Personen rechtzeitig und in einem ausreichenden Umfang verfügbar macht. Dies hat wiederum viel mit gegenseitigem Vertrauen der Mitarbeiter untereinander und in die Innovationskultur des Unternehmens zu tun.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. D. Vahs, H. Trautwein: Innovationskultur als Erfolgsfaktor des Innovationsmanagements. In: io Management. 69. Jg., Nr. 7/8, 2000, S. 22. (Manusskriptfassung).
  2. K. P. Wiedemann, A. Lippold, H. Buxel: Status quo der theoretischen und empirischen Innovationskulturforschung sowie Konstruktkonzeptualisierung des Phänomens Innovationskultur. In: Der Markt. 47. Jahrgang, Nr. 184, 1/2008, S. 44.

Literatur

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