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House of Quality

House of Quality Definition

House of Quality ist die Bezeichnung für die Arbeitsmatrix des Quality Function Deployment (QFD) . Mit seiner Hilfe werden die Kundenwünsche analysiert und gewichtet um ein vollständiges Pflichtenheft zu erarbeiten.

QFD – quality function deployment – ist im Zuge des Toyota-Produktionssystems in Japan entstanden. Es dient dazu, die häufig  unscharf formulierten Kundenwünsche zu sammeln, zu bewerten und in eine eindeutige technische Produktspezifikation umzusetzen. Das  “House of Quality”  ist die dazu verwendete Arbeitsmatrix des QFD um diese Inhalte zu erarbeiten. Der Name spielt auf die an ein Haus erinnernde Anordnung der Tabellen mit einem Dach darüber an.

Elemente des “House of Quality”

Das “House of Quality” besteht prinzipiell mehreren Kreuztabellen, die sukzessive bearbeitet werden. Die Kernelemente der Zeilen und Spalten sind:

  • Kundenwünsche
  • Gewicht des jeweiligen Kundenwunschs
  • Wettbewerbsprodukte aus Kundensicht
  • Wettbewerbsvergleich aus Kundensicht und Erfüllungsprofil
  • technische Merkmale zur Erfüllung der Kundenwünsche
  • Kreuztabelle Einfluss der technischen Merkmale auf Erfüllung des Kundenwunsch
  • Widerspruchsmatrix der technische Merkmale ( Dach des house of quality)
  • Wettbewerbsprodukte aus technischer / Herstellersicht
  • Wettbewerbsvergleich aus technischer / Herstellersicht und Erfüllungsprofil
  • Festlegung der technischen Spezifikation “Anforderungskatalog”
  • ggfs. Schwierigkeitsbewertung der Realisierung der technischen Merkmale

House of Quality – Workshops

Das QFD-Haus wird am besten  mit bereichsübergreifend zusammengesetzten Teams in Form von moderierten Workshops ausgefüllt. Die Matrizen werden in einer vorgegebenen Reihenfolge – erst Kundensicht, dann technische Sicht – sukzessive und mit unterschiedlicher inhaltlicher Fokussierung bearbeitet. Gleichzeitig erfolgt dadurch die Ergebnisdokumentation.

Erfahrungen mit dem House of Quality und QFD

Zwei Schlüsselfragen tauchen zu Beginn fast jeden QFD-Projekts auf:

  • “Wer ist der Kunde?” und
  • “Wer ist der Entscheider?”

Deshalb sollte dem klassischen QFD eine Marktanalyse und eine Zielgruppenfestlegung voraus gehen. Die Diskussion über die Frage nach dem Entscheider muss im Team erfolgen, weil sie sehr schnell die unterschiedlichen Positionen von Vertrieb und Technik aufzeigt. Daraus lassen sich klare Handlungsanweisungen für die jeweilige Vertriebs- und Marketing-Strategie ableiten lassen.

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