Englisch: Electro Static Discharge
ESD (Electro Static Discharge) ist die elektrostatische Entladung und beschreibt die Vorgänge und Auswirkungen beim Ausgleich von elektrischen Ladungen zwischen zwei unterschiedlich geladenen Materialien. Kommen diese in Berührung, werden positive und negative Ladungen ausgetauscht.

Elektrostatische Entladungen verursachen jährlich Millionenschäden in der Wirtschaft. Am bekanntesten aus der Vergangenheit ist der Brand des Zeppelins _Hindenburg“. Mit der Entwicklung der MOS-Technologie in der Mikroelektronik ging eine steigende Komplexität der Halbleiterbauelemente bei immer höheren Taktraten einher. Daraus resultiert eine steigende Empfindlichkeit gegenüber ESD-Impulsen, also deren hohe Spannungs– oder Stromspitzen.
Heute wird davon ausgegangen, dass 10 der ESD-gestressten Halbleiterbauelemente Fehler verursachen. Diese können ein Totalausfall oder viel schlimmer eine Beschädigung des Bauelements sein. Letzteres bleibt oft unerkannt und kann zu teuren Rückruf-Aktionen führen. Daher ist der Schutz vor elektrostatischen Entladungen (ESD-Schutz) heute in allen Bereichen der Mikroelektronik unverzichtbar.
Ausgehend von einer fundierten IST-Analyse zum Gefährdungspotential ist dabei eine grundsätzliche ESD-Schutzstrategie aufzusetzen, die aus _internen“ Schutzmaßnahmen (“Härtung” der Bauelemente gegen ESD), _externen“ Schutzmaßnahmen (Verhinderung unkontrollierter Entladungen) und organisatorischen Schutzmaßnahmen bestehen sollte.

Bezüglich externer Schutzmaßnahmen ist die DIN EN 61340-5-1 f. relevant.