Die DIN 69905 “Projektabwicklung, Begriffe” liegt in der Version vom 1997-05 vor. Sie ist als Ergänzung der DIN 69901 (Projektmanagement, Begriffe) zu betrachten, da sie die Begriffe vom Auftrag bis zur Gewährleistung im Sinne des Projektmanagements definiert. Diese Aufgabe ist einerseits notwendig, da die Projektabwicklung im Gegensatz zum Linienmanagement andere Bedeutungen der zum Teil gleichen Begriffe benötigt, andererseits sind damit auch Überschneidungen zu anderen Normen und Richtlinien unvermeidbar. Beispielsweise wird in der VOL (Verdingungsordnung für freiberufliche Leistungen) der Begriff der Abnahme geregelt. Um hier Konflikte zu vermeiden, versucht die DIN 69905 ergänzende Begriffe wie “Abnahmebereitschaft” oder “Abnahmeerklärung” einzuführen. Weitere zum Teil missverständliche und unglückliche Begriffe entstehen durch den Versuch, den Begriff “Auftrag” als Leitbegriff mit zahlreichen Unterbegriffen aufzubauen. Dies führt z.B. zum “Auftragsabschluss”, der im Sinne der DIN 69905 wie der Projektabschluss die formelle Beendigung aller mit dem Auftrag zusammenhängenden Arbeiten darstellt. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird damit jedoch der vertragliche Abschluss einer Beauftragung verstanden. Durch diese Missverständlichkeiten leidet auch die Umsetzung der anderen, sehr wichtigen und wertvollen Begriffsdefinitionen wie Anforderungskatalog, Projektziel, Pflichtenheft, Projekthandbuch und viele andere. Ergänzend zur DIN 69905 definieren auch die DIN 69901, 69902 und 69903 weitere Projektmanagement-Begriffe. Derzeit befindet sich die Normserie DIN 69901 bis 69905 in Überarbeitung. Die Begriffe sollen dabei in einem Normblatt zusammengefasst werden.