Brainwriting


Brainwriting

AbschnittDetails
Titel der MethodeBrainwriting
Ziel der MethodeFörderung der Kreativität und Generierung neuer Ideen in Gruppen, ohne die Nachteile von dominanten Teilnehmern in mündlichen Diskussionen.
Beschreibung der MethodeBrainwriting ist eine Methode der Ideenfindung, bei der Teilnehmer ihre Ideen schriftlich festhalten. Die Methode fördert die gleichberechtigte Teilnahme aller Gruppenmitglieder und verhindert, dass dominante Persönlichkeiten die Diskussion dominieren.
AnwendungsbereicheProduktentwicklung, Problemlösung, Innovationsprozesse, Teambuilding
Vor- und NachteileVorteile:
- Gleichberechtigte Teilnahme aller Gruppenmitglieder
- Förderung der Kreativität durch schriftliches Festhalten von Ideen
Benötigte Ressourcen- Schreibmaterialien (Papier, Stifte) oder digitale Tools (Laptops, Tablets, Brainwriting-Software)
- Ruhige Umgebung für die Durchführung der Sitzung
Typischerweise 30-60 Minuten für eine Brainwriting-Sitzung, abhängig von der Komplexität des Themas und der Anzahl der Teilnehmer
ZeitaufwandDie gesammelten Ideen werden anschließend kategorisiert und bewertet. Dies kann durch Gruppenbewertung, Punktesysteme oder weitere Diskussionsrunden erfolgen.
Ergebnisse und Auswertung- Buch: 'Kreativitätstechniken' von M. Michalko
Referenzen und weiterführende Literatur- Artikel: 'Brainwriting vs. Brainstorming: A Comparative Study' in der Fachzeitschrift 'Creativity Research Journal'

Brainwriting Definition

Die Grenzen zwischen Brainstorming und Brainwriting verschwimmen im Falle des elektronischen Brainstorming, das über elektronische Meetingsysteme online durchgeführt werden kann. Elektronisches Brainstorming ähnelt dem Brainwriting, indem Beiträge schriftlich erfasst werden. Es ähnelt dem Brainstorming dahingehend, dass alle Beiträge den anderen Teilnehmern sofort auf einem gemeinsamen „Flipchart“ angezeigt werden. Dabei vermeidet die Parallelisierung und Anonymisierung der Beiträge die aus dem klassischen Brainstorming bekannten blockierenden Einflüsse der Gruppe und ermöglicht die spontane Reaktion auf Beiträge anderer Teilnehmer.

Regeln des Brainwriting

Beim Brainwriting wird wie beim Brainstorming darauf geachtet, dass alle Faktoren, die die Produktion neuer Ideen hemmen, minimiert sind und im Gegenteil alle den Kombinationsprozess fördernden Faktoren garantiert sind. Teilnehmer sollen ohne jede Einschränkung Ideen produzieren und/oder mit anderen Ideen kombinieren. Im Idealfall inspirieren sich die Teilnehmer während des Schreibprozesses oder der Diskussion gegenseitig mit ihren Ideen, die sie dann weiterentwickeln können.

Man unterteilt das Brainwriting in zwei Phasen:

  1. Die erste Phase dient dem Entwickeln von Ideen und der Schaffung von Assoziationen. In dieser Phase ist eine Bewertung fremder wie eigener Ideen verboten, weil dies zu einer inneren Zensur bei den Teilnehmern führen und das Finden neuer Ideen erschweren würde.
  2. In der zweiten Phase werden die Ergebnisse dann einer ausführlichen Kritik unterzogen und die besten Ideen herausgezogen.

Vorteile

  • Ideen können nicht versehentlich in der Diskussion untergehen, da sie schriftlich fixiert sind.
  • Es ist nicht notwendig, ein Protokoll zu führen. Ein Protokollant entfällt deshalb.
  • Die Anonymität der Teilnehmer kann meist gewahrt werden. Die Teilnehmer sind somit nicht persönlich angreifbar.
  • Es herrscht Gleichberechtigung in der Gruppe. Introvertierte Teilnehmer haben dieselbe Chance, ihre Ideen anzubringen wie extrovertierte. Auch hat die Stellung der Teilnehmer keinen Einfluss auf die Besprechung der Ideen, sofern Anonymität vorherrscht. In der Diskussion werden die Ideen beispielsweise des Abteilungsleiters dann nicht aus Ehrfurcht von der Kritik ausgespart.

Nachteile

  • Die Spontaneität der Ideen geht verloren. Die Teilnehmer überdenken ihre Idee zu lange und müssen sich eine konkrete Formulierung überlegen. Dieser Nachteil ist bei dynamischen Brainwriting-Sessions über elektronische Meetingsysteme minimiert.
  • Es können Mehrfachnennungen einer Idee vorkommen, bedingt durch den gleichzeitigen und alleinigen Ideenfindungsprozess am Anfang. Dieser Nachteil entfällt, wenn die Ideen den anderen Teilnehmern sofort zur Ansicht gebracht werden, wie dieses durch elektronische Meetingsysteme geleistet wird.

Brainwriting-Techniken

  • Brainwriting-Pool
  • Collective-Notebook
  • Elektronisches Brainstorming
  • Discussion 66
  • Galeriemethode
  • Kartenabfrage
  • Methode 635

Einzelnachweise

  1. Nunamaker, J., Dennis, A. R., Valacich, J. S., Vogel, D. R. and George, J. F. (1991), „Electronic Meeting Systems to Support Group Work,“ Communications of the ACM, Vol. 34, No. 7, pp. 40-61
  2. McFadzean, E. S. (1997), “Improving Group Productivity with Group Support Systems and Creative Problem Solving Techniques”, Creativity and Innovation Management, Vol. 6, No. 4, pp. 218-225.
  3. Dennis, A. R. and Valacich, J. S. (1993), „Computer Brainstorms: More Heads are Better than One,“ Journal of Applied Psychology, Vol. 78, No. 4, pp. 531-537.

Quellen

  • Projektmagazin (Hrsg.): Glossar: Brainwriting, 07-09-16.
  • Behn, Michael: Brainstorming und Brainwriting. In: Blueprints.de, 07-09-16.

Alle Quellenangaben finden Sie unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Brainwriting