Re: Philosophie kommt vor den Werkzeugen


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Nachricht von Florian am 04. Januar 2005:

Im Bezug auf: Re: Philosophie kommt vor den Werkzeugen kommentiert von Wolfgang Horn am 03. Januar 2005:

Guten Tag Wolfgang

: "Die "Prinzipien für den Umgang miteinander" würde ich auch als aufgebautes Wissen betrachten."
: Zusammengeschusterte physikalische Formeln aus dem metrischen System hier und inch und feet dort sind zwar auch "aufgebautes Wissen", aber problembehaftet. Wie jeder weiß, in dessen Schublade eine Schieblehre in Inch herumgeistert.

Damit willst Du sagen, auch wenn Wissen wissenschaftlich aufgebaut, aber zu komplex zu verstehen ist, taugt es nichts? Wir müssten also ein Modell für die Ursachen und Wirkungen der verschiedenen Prinzipien (Systemaufbau, Führung der Menschen, Lernwerkzeuge, usw.) erstellen!?

: "Gut" und "böse" sind Schöpfungen der Bevormunder, Prediger, Unterdrücker und Glaubenskrieger.

"Gut" werde ich in Zukunft also nicht mehr verwenden :-). Besser wäre es, auf die Prinzipien hinzuweisen, die zu den gewünschten Resultaten führen. Was wünschenswert ist, kann ich einem Kunden nicht vorschreiben.... Kennst Du das Gefühl, tatenlos zuschauen zu müssen, wie eine Firma immer schlechter wird? Die Führung merkt nicht, dass sie nach Prinzipien, die nichts anderes erwarten lassen, arbeitet.

: "- Dass Menschen nur gemäss ihrer Erfahrung handeln (ohne entsprechendes Wissen), findest Du weniger gefährlich, als wenn sie nix tun würden."
: Ja, mit der Einschränkung, wenn sie ihre Erfahrung für gut halten. Wer verbessern will, muß erst glaubhaft machen, daß die Gefahr der Verschlimmbesserung beherrschbar ist.

Viele Erfahrungen (natürlich nicht alle! sehr komplexe Zusammenhänge lassen sich leider nicht messen) lassen sich mit der Shewhart'schen Statistik überprüfen. Er hat es Control Chart genannt. Meine Kunden und ich nennen sie Lern- und Überwachungsgrafiken. Sie trennen zufällige Ereignise von identifizierbaren und ermöglichen damit schneller zu lernen, ob unsere Erfahrungen die richtigen Voraussagen ermöglichen. Ein Element der Entscheidungsfindung ist, was muss gemacht werden, um das gewünschte Resultat zu erhalten. Um Deming noch einmal zu bemühen: "Management is prediction!"

: Eine Überlegung hinter der Gründung meiner Teambau-Arbeitsgruppe im VDI Stuttgart......

In diese Gruppe würde ich gerne einmal reinhören!

: Wir können keine Systeme führen. Grundsätzlich nicht.

Ich denke da reden wir vom gleichen, aber aus verschiedenen Blickwinkeln. Menschen sind für mich auch ein Systemelement. Mit den heute oft praktizierten Zielsetzungsprozessen (Systemsteuerung, natürlich geht es dabi auch um Menschen!), werden die Systemzusammenhänge zerstört, weil die Menschen dadurch behindert werden, miteinander effektiv umzugehen. Dass ein System ohne die Betrachtung der Menschen und deren Psyche nicht möglich ist - grosse Einigkeit!

Vielen Dank für den Gedankenaustausch!

Gruss Florian




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