Re: Philosophie kommt vor den Werkzeugen


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Nachricht von Wolfgang Horn am 04. Januar 2005:

Im Bezug auf: Re: Philosophie kommt vor den Werkzeugen kommentiert von steffen.h. am 03. Januar 2005:

Hi, Steffen, von der Isar in den Allgäu,

"Mein unwissen bereitet mir großes Kopfzerbrechen!"
Kopf heile lassen, googeln.

Wir können aus der Geschichte so viel lernen, weil all die menschlichen Torheiten schon so oft gemacht wurden.


"Für meine Person, ich habe immer der direkten offenen Weg der Konfrontation gesucht,..."
Dann hast Du entweder einen sehr verständnisvollen Chef oder unersetzbare Kompetenzen.
Und wenn Du selbst Chef wärst, würdest Du ein anderes Verhalten Deiner Mitarbeiter bevorzugen. Vermutlich ein Verhalten nach dem Muster "Lastenheft & Pflichtenheft": "ja, Chef, Perpetuum mobile, ich versuch mein Bestes". Eben nicht mit einem sofortigen Hinweis auf den 1. Hauptsatz Thermodynamik den Chef so dumm aussehen lassen, wie er in dieser Sache gerade ist. "ich untersuche die Machbarkeit!"
Nach angemessener Zeit wiederkommen: "Chef, bei der Machbarkeitsuntersuchung eines möglichst sparsamen Motors bin ich auf eine Grenze gestoßen, die auch unsere Konkurrenz nicht überschreiten kann. Diesen minimalen Verbrauch halte ich für konkurrenzlos und machbar. Mehr geht nicht wegen Energieerhaltungssatz. Entspricht das ihren Wünschen?"

Aber nur so nebenbei. Je öfter man von seinem Vorgesetzten getriezt worden ist, desto größer die Lust auf eine Retourkutsche und auf den Beweis, daß wir besser sind als er.
Aber so was vergißt er auch nicht. Resultatorientiertes Denken, also erst an sein wichtigstes Ziel und wie man das mit minimalen Mühen und Kosten erreichen kann, hilft, das den Wunsch nach Retourkutsche sein zu lassen.

Wir Mitarbeiter erziehen unsere Chefs jeden Tag.
Wer es nicht glaubt, braucht nur mal die alltäglichen Themen aufzulisten, in denen er begeistert ist und die, wo er nur widerwillig seinem Chef gehorcht. Und dann ein Thema auswählen und das umgekehrte Verhalten zeigen.
Das wird den Chef irritieren - und er wird das nutzen und so auch sein Verhalten ändern. So erziehen wir ihn.

"...wie wäre es den mit einem Buch (ernst!)??"
Ist im Entstehen.

"..."Der richtige Weg" oder "Teste dich bevor du den falschen Weg gehst"..."
Könnte man. Ich will mich aber deutlich abgrenzen von all den Sozialträumern und Predigern. Ich schreibe für Ingenieure und Techniker, und da schreibe ich nur, wie man ein soziales System mit Systemdenken rational begreifen kann und wie man es mit Ingenieurdenken "konstruieren", "warten", "reparieren" und "umbauen" kann.
Mit dem "richtigen Dreh" können wir Ingenieure und Techniker Menschen und soziale Systeme im Beruf mit unseren gewohnten und bevorzugten Denkweisen begreifen. (Sigmund Freud hatte es weit schwerer. Er hatte es nämlich nicht mit Personen zu tun, die im Großen und Ganzen ein langfristiges persönliches Ziel anstrebten wie "Zukunft für Kinder, Frau und mich". Sondern er hatte es mit Personen in Notsituationen zu tun, die so verzweifelt waren, daß sie "krankhaftes" Verhalten wählten.

"mich regt auf das da junge Hiewies von der Uni kommen und die Welt verbessern wollen aber leider schon zu weit oben eingesetzt werden, weil vieleicht der Konzernchef den mal geschwollen hat reden hören."
Hm, äh, nach meinem Diplom schwebte ich auch auf Wolke 17 der Überheblichkeit.
Es ist der Auftraggeber, der die Situation wohl falsch einschätzt.

"Für diese Leute gehört mal Fachliteratur her die es ja momentan nicht ausreichend gibt, warum nicht gibt, ganz einfach weil..."
Sorry, hab' ich nicht verstanden. War's wichtig?

"...es gibt aufkommende Trends oder immer mehr Schlaumeier die denken mit vielen Zitaten aus einen Schwachkopf ein Profi zu machen."
"Den Götzen macht nicht der Vergolder, sondern der Anbeter" (Baltasar Gracián)
Es ist die Schuld der Zuhörer/Anbeter. Wenn sie einem Grünschnabel mehr zuhören als einem erfahrenen Könner, dann sind sie selber Schuld.

"Dann lieber weiter zu Thema überlieferte Erfahrungen, ist überliefertes wirklich so gut oder besser als das was derzeitig Aktuell ist."
Das habe ich nicht gesagt, weil meine Informationen andere sind.
Sondern: Wenn Uromas Suppenrezept ihr geschmeckt hat, Uropa, Oma, Opa, Eltern, Tanten und auch uns, und wir es nicht verstanden haben, dann ist es besser, dabei zu bleiben als a) zu verhungern oder b) durch Verschlimmbesserung uns zu vergiften.
Uromas Rezept scheint ja auch unschädlich zu sein.
Natürlich können wir vorsichtig variieren und erproben, was dabei rauskommt. Eben Evolution.
Eine Revolution kann nur verantworten, wer die Lebensmittelchemie begriffen hat.

"..Momentan erwische ich mich im Leben mit Zitaten aus dem Forum!.."
Ja und? Wenn die Zuhörer das mögen, warum nicht?

"Und ich Denke und Fühle richtig zu liegen mit meinem Weg!"
Da sitzt mir der Schalk im Nacken: Das meint jeder, der sich selbst für geistig gesund hält.
Er Erfolg zeigt Dir, ob Du Recht hast.

Ciao
Wolfgang



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