Re: Philosophie kommt vor den Werkzeugen


[ Kommentare ] [ Schreiben eines Kommentars ] [ Forum Qualitätsmanagement ]

Nachricht von Florian am 03. Januar 2005:

Im Bezug auf: Re: Philosophie kommt vor den Werkzeugen kommentiert von Wolfgang Horn am 01. Januar 2005:

Guten Tag Wolfgang

Den "kausalen Zusammenhang sehen", wäre ev. besser gewesen. Danke für den Einwand!

Folgendes habe ich aus Deinem Beitrag entnommen:
- Wenn man nicht weiss, wie ein System funktioniert, sollte man besser die Finger davon lassen, da wir ansonsten den Zustand verschlimmern werden. Dies kann mit dem Nelson Trichter Experiment anschaulich dargestellt werden.
- Dass wir durch unser Gesellschaftsystem über Generationen geprägt sind und uns dadurch ein bestimmtes Weltbild untergejubelt wird. Anm.: Auch wie wir Unternehmen sehen, sei es als mechanisches System, als Körper oder eben als soziales System hat geschichtlichen Charakter. Als soziales System bezeichnet Ackoff (Architekt, Systemiker, Unternehmensberater) ein System, welches Elemente mit einem eigenen Zweck besitzt.
- Dass "schnelle" Veränderungen des menschlichen Verhaltens v.a. von Systemänderungen abhängig sind. Anm.: Führungsschulungen und Motivationsprogramme ohne entsprechende Systementwicklungen können nicht sehr wirksam sein.
- Den Begriff "Paradigma" kann durch "Prinzip" ersetzt werden.
- Wissen ist strukturiert und aufbauend. Informationen sind noch kein Wissen. Um zu Wissen zu gelangen müssen wir einen Baustein auf den anderen legen. Dies kann mehrere Generationen dauern. Die "Prinzipien für den Umgang miteinander" würde ich auch als aufgebautes Wissen betrachten. Deine Aussage macht mir sorgen: "wenn einer zweifelt, wird es Dir schwerfallen, ihm zu erklären, warum Dein Paradigma richtiger ist als sein Gegenteil." Warum zweifeln Menschen nicht an der Gravitation, aber an Wissen, welches den "guten" Umgang definiert, glaubt keiner so richtig (will keiner so richtig glauben).
- Dass Menschen nur gemäss ihrer Erfahrung handeln (ohne entsprechendes Wissen), findest Du weniger gefährlich, als wenn sie nix tun würden. Widerspricht das nicht Deiner ersten Aussage mit der Flugzeugkonstruktion. In meiner Theorie darf erst etwas verändert werden, wenn das Wissen eine Voraussage erlaubt, die mit grösster Wahrscheinlichkeit auch eintrifft. Versuche durchzuführen gehört selbstverständlich zur Erarbeitung von Wissen.
- Etablierte "Theorien" werden nur mühsam von den Betroffenen über den Haufen geworfen. Sei es Pasteur, der mit anderen herausfand, das Viren und Bakterien die Menschen nach Operationen töten. Es dauerte 50 Jahre, bis sich dieses Wissen durchgesetzt hat. Auch als bekannt wurde, dass Vitamin C-Mangel Scorbut verursacht dauerte es eine Generation, bis die Marine entsprechend darauf reagierte.
- Ein System muss geführt werden! Ein System kann sich nicht selber führen! Damit bin ich einverstanden. Dies entbindet jedoch das Management nicht, laufend dazu zu lernen und altes, in der aktuellen Situation nicht mehr effektives Wissen über Bord zu werfen. Auch hier bin ich der Meinung, dass falsches Wissen der Gesellschaft mehr schadet als nützt.
- Deinem letzter Abschnitt, dass man sich in einem Unternehmen anpassen muss, kann ich nur beipflichten. Ich habe aber den Ausweg bevorzugt und mich aus dem Staub gemacht. Was denkst Du kostet es ein Unternehmen, wenn ein Grossteil der Kommunikation für das Politisieren draufgeht? Ein Unternehmer oder Manager, der dies zulässt, gräbt sich sein Grab langfristig selber.

Auch ich möchte mich für die Diskussion bedanken, sie hilft mir dabei meine Argumentation den Kunden gegenüber verträglicher zu gestalten.

Gruss Florian




Kommentare:



Formular für Ihren Kommentar

Name:
E-Mail:

Betreff:

Kommentar:


[ Kommentare ] [ Schreiben eines Kommentars ] [ Forum Qualitätsmanagement ]

Version: 1.09
Ranking-Hits
TrafficRank.de kostenlose Statistik mit PageRank-Anzeige ohne Toolbar