Nachricht von Florian am 31. Dezember 2004:
Happy New Year!
Folgende Gedanken beschäftigen mich seit geraumer Zeit. Wir diskutieren in diesem Forum oft über Werkzeuge und Modelle und geraten dann in heftige Diskussionen wegen den verschiedenen Führungsphilosophien, die in diesem Forum vertreten sind. Versteht mich falsch, ohne geiwsse Differenzen müssten wir ja nicht diskutieren, gewissen Grundsätzen möchte ich aber einmal auf den Grund gehen.
Zum Thema Mitarbeiter-Beurteilung, -umfrage könnten folgende Paradigmen angesprochen werden. Ich gehe davon aus, dass:
- Mitarbeiter nur ihr bestes geben können und geben werden, wenn sie Freude an der Arbeit haben.
- Freude an der Arbeit nur in einer aktiv (Führungsaufgabe!) von Angst befreiten Umgebung hochkommen kann.
- Mitarbeiter nur einen kleinen Einfluss auf die Qualität haben, da 9 von 10 Fehler durch Fehler im System, welches vom Management bestimmt wird, verursacht werden (Juran u. Deming machen da ähnliche Aussagen).
- Aufrufe zu weniger Fehler keinen Sinn machen, weil die Mitarbeiter im System (und nicht am System) arbeiten und nur einen kleinen Einfluss auf die Probleme haben.
- Einzelziele für jeden Mitarbeiter, jeden Bereich, usw. dem System immer schaden, weil die Systemslehre erkannt hat, dass sich ein System nicht zerlegen, optimieren und wieder zusammensetzen lässt, ohne viele Probleme zu verursachen.
- Konkurrenz einem System schadet, weil die Beziehungen (Kooperation) das Wichtigste sind in jedem System.
- Einzelziele und die daraus folgende Einteilung der Mitarbeiter in eine Rangliste, zu mehr Konkurrenz zwischen den Systemelementen (Mitarbeiter, egal auf welchem Level) und falschen Zahlen führen .
Es gäbe noch viele Paradigmen oder Philosophien (Weltsicht?) zu erwähnen, die für jeden von uns anders aussehen können, aber fürs erste möchte ich es dabei bewenden lassen. Bitte gebt es mir :-)!
Unter Mitarbeiter verstehe ich selbstverständlich nicht nur die "unterste" Schicht.
Freundliche Grüsse
Florian