Nachricht von Wolfgang Horn am 30. Dezember 2004:
Im Bezug auf: Wie wir Ballast abwerfen kommentiert von Bruno Birri am 29. Dezember 2004:
Sehr mutiger Herr Birri,
danke für Ihren Mut!
Die Zeiten sind ja hoffentlich vorbei, als die Kirche den Giordano Bruno auf den Scheiterhaufen verbrannte, um seine Wahrheiten nicht mehr hören zu müssen.
Heute gilt eher
„Tragfähiger Konsens entsteht nicht aus allgemeinem Harmoniestreben, sondern nur aus ausgetragenem Dissens.“ (Prof. Malik)
...
und Dissens braucht mindestens einen Anstoß.
Zu Ihrer Einleitung im Artikel: Wir Menschen sind einfallsreich. Je geringer die Not, desto träger sind wir. Vor allem in Gesellschaft.
Banale und wohlbekannte Folgerung: Alles, was erfunden wird, um uns ohne erkennbare Not zu bewegen, das machen wir zum Teil unseres Liegesofas. Wir arrangieren uns damit. Und schon blüht der Mißbrauch.
Dabei herrscht alle Not, die der Wettbewerb mit sich bringt.
Zu Ihrer Empfehlung EFQM: Das EFQM-Modell ist eine Art "Schönheitsideal" mit der Annahme, dasjenige Unternehmen mit mehr Punkten sei auch tüchtiger im Wettbewerb.
In manchen Teilgebieten des Modells ist das durchaus richtig - die kausalen Zusammenhänge im Unternehmen sind aber alles andere als linear. Das heißt, eine Verdoppelung der Ursache bringt manchmal eine Verdoppelung der Wirkung, manchmal aber auch eine gegenteilige Wirkung, und wohl immer Nebenwirkungen, die das EFQM-Modell nicht berücksichtigt.
Deshalb plädiere ich "Aufklärung statt Modelle!" Diejenigen Führungskräfte sind im Vorteil, die sich nicht blind nach Schönheitsidealen richten, sondern die die Zusammenhänge in ihrem Unternehmen erkennen oder erspüren und dann nach rationeller Überlegung oder Gefühl handeln.
Ein Vorbild für diese Maxime finden wir in Maschinenbau und wohl allen Bereichen der Technik.
Dort ist das aufgeklärte Handeln der BWL um Lichtjahre voraus.
Ciao
Wolfgang Horn