Nachricht von Thorsten B. am 29. Dezember 2004:
Im Bezug auf: Wie wir Ballast abwerfen kommentiert von Bruno Birri am 29. Dezember 2004:
Hallo Hr.Birri!
Ich kann verstehen, dass dieser Artikel den Zertifizierern nicht unbedingt gefällt. Er spiegelt jedoch (leider) das wieder, was sich in den letzten Jahren in der Realität abspielt:
um ihren eigenen Arbeitsplatz kämpfende Auditoren, die im ISO-Konkurrenzkampf ihre eigentlichen Aufgaben vergessen (müssen), Abweichung übersehen oder "schönreden" und Zertifikate "verschenken". Das gilt sicher nicht immer und überall, aber in gewissen Rahmen doch immer häufiger.
In einigen Punkten muss ich jedoch wiedersprechen:
Ein Test, in dem ich alles "Unwesentliche" aus meinen Systemen beseitige führt nicht zwangsläufig zur Nichterfüllung von Normenforderungen. Oder andersherum: Bin ich ein geschickter QM´ler, sollte ich mit meinen Fähigkeiten die Norm so auslegen können, dass mein Unternehmen ausschließlich (!) mit nutzenbringenden Prozessen ausgerüstet ist. Und ob mich dann noch zertifizieren lassen, hängt einzig und allein vom Wettbewerbsfakor (bzw. dem Zertifizierenmüssen im Bereich Automobilzulieferer) ab. Also: Balast abwerfen ist ok, hat aber bei gut organisierten Unternehmen mit einer Zertifizierung rein gar nichts zu tun.
Und noch eins: Wenn Unternehmen den Sinn eines Systems nach 9001 nicht erkennen und nur das Zertifkat erhalten wollen, dann ist EFQM mit Sicherheit noch das größere Übel. Und die "anderen" Unternehmen brauchen EFQM auch nicht, weil sie schlau genug sind, ihr System den Erfordernissen auch ohne Modewellen anzupassen.
Ihrem EFQM-Werbeartikel kann ich also nicht unbedingt zustimmen....
Trotzdem einen guten Start ins Jahr 2005!
Thorsten B.