Re: Taylorismus - die Suche nach dem Modell des qualitizierten Mitdenkers


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Nachricht von Wolfgang Horn am 24. November 2003:

Im Bezug auf: Taylorismus - Ketzerische Frage? kommentiert von Vivian am 24. November 2003:

Hallo, Vivian,

> Problemstellung: <
: Deutsche Unternehmen gehen nach China, Tailand...und führen Tayloristische Arbeitsmodelle wieder ein.

: Kann eine Gesellschaft nur auf Basis von Dienstleistung, Forschung und Entwicklung ohne die eigentliche Produktion existieren?

Gewiß nicht. Sie wird als Altenpflegeheim verkauft, damit die spärlichen Pfleger bezahlt werden können.
Wenn unsere Arbeitslosen die Produkte der Firmen nicht mehr kaufen können, die sie entlassen haben, dann werden auch die Manager auf der Straße landen, weil ihre Firma mangels Kunden pleite ist.


> Problemursache <

Ein schwerer Führungsfehler ist, qualifizierte, selbständige und kündigungsgeschützte Mitarbeiter so zu behandeln, wie es unqualifizierte erduldet haben in den Zeiten Taylors - oder dort erdulden, wo ähnliche Verhältnisse herrschen.

Es meint ja auch niemand, seinen modernen 6-Zylinder-Common-Rail peitschen zu können wie einen störrischen Esel. Und ich habe noch keinen Fahrer gesehen, der seinem Nobelgefährt die Mohrrübe vor den Kühlergrill hält.

Was nützt uns die teuerste Ausbildung, wenn wir diese Qualifikationen im Gegeneinander blockieren?
Nicht, weil wir böse wären oder unfähig.
Sondern weil Führungskräften, Organisationsentwicklern und Prozeßgestaltern ein Modell vom Streben und Verhalten des qualifizierten Mitarbeiters+Mitdenkers fehlt, der Ersatz für Taylors Modell.
(Taylors Modell nur abzulehnen endet in Willkür. Wir brauchen ein Besseres.)

Wenn wir diese Qualifikationen bündeln, können wir weit mehr erreichen. Wer kleine und mittlere Unternehmen erlebt hat mit einem Chef, der sich den populären Managementmodewellen entzogen hat, der kann das eher bestätigen.

Genau das ist mein Schlachtfeld - zeigen, wie man mit mitdenkenden Mitarbeitern im Miteinander weit mehr erreicht als im Gegeneinander.

Leider ist "Management by Basta!" gefragt, Stahlkappen für die Ellbogen stehen höher im Kurs.

Ciao
Wolfgang Horn



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