Nachricht von Tim Gerdes am 20. November 2003:
Im Bezug auf: Re: Diskussionswürdig oder Religion kommentiert von Wolfgang Horn am 19. November 2003:
Hallo allerseits!
Zu allererst möchte ich mich bei allen Teilnehmern dieses Threads bedanken (ohne damit den Versuch starten zu wollen, ihn zu beenden), ich empfinde ihn als eine anregende Diskussion mit wirklich guten und bedenkenswerten Argumenten und Sichtweisen von allen Seiten.
Ich möchte an dieser Stelle auf ein anscheinendes (kein scheinbares!) Mißverständnis hinweisen:
Ich wollte mit meiner Argumentation bezüglich der "Würdigung" der Konzeptkonkurrenz nicht der Marktschreierei und der Kritiklosigkeit Vorschub leisten.
Ich habe jedoch mehrfach beobachtet, dass von einigen Menschen eben diese Kritikfähigkeit als ein Anzeichen von Schwäche oder Unsicherheit fehlinterpretiert wird.
Und man muss vielleicht auch bedenken, dass der, der eine andere Methode ins Spiel bringt
1. den potenziellen Kunden vielleicht erst auf diese aufmerksam macht und
2. mit seinen Aussagen "in Vorleistung" geht.
Das Problem ist dann, dass der Kunde zur Konkurrenz geht und relativ dezidierte Fragen stellen kann. Die Konkurrenz kann dann auf relativ wage Aussagen sehr konkret antworten, wodurch sie kompetent wirkt.
Nichts desto trotz halte ich ebenfalls überhaupt nichts von Gurus und Überfliegern, die mit "dem einen umfassenden Konzept" bei jedem Unternehmen angeblich den totalen Erfolg garantieren können.
Diese Form der Kundenbehandlung halte ich auch für völlig kontraproduktiv, auch für den eigenen Erfolg.
Ein Verkaufstrainer hat einmal eine, wie ich finde sehr schöne Analogie verwendet um deutlich zu machen, wie man Kunden behandeln sollte:
Wenn ein Schafscherer ein Schaf schert und dieses mit der gebotenen Sorgfalt, Vorsicht und Gründlichkeit tut, dann tut er dem Schaf nicht weh. Im Gegenteil wird das Schaf es als relativ angenehm empfinden und nach dem dritten oder vierten Mal wird es sogar freiwillig zum Scherer kommen. Dadurch hat der Scheerer ein gesichertes Einkommen und eine angenehme Arbeitsathmosphäre nebst dem guten Gefühl, dem Schaf nicht nur etwas wegzunehmen, sondern auch etwas dafür zu geben. Es sind allso beide Seiten glücklich.
Ist er aber rücksichtslos, tut dem Schaf weh oder zieht er dem Schaf gar aber das Fell über die Ohren, so wird es sich jedes mal wehren und im Fall des Fell über die Ohren ziehens wird es es nie wiederkommen!
In diesem Sinne,
Grüße,
Tim Gerdes