Re: Verhaltensforschung in Führungsetagen - interessantes Thema


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Nachricht von Wolfgang Horn am 02. Juli 2003:

Im Bezug auf: Verhaltensforschung in Führungsetagen - interessantes Thema kommentiert von Vivian am 02. Juli 2003:

Hi, Vivian,

: Bereits auf der 4. Ebene (Gruppenleiterebene) wurden durch Einführung einer konkreten Vertreterfunktion, entsprechender Entlohnungsgestaltung und Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen nur gruppenleitertreue Mitarbeiter gefördert. Von unten nach oben wurden immer nur Mitarbeitern, die heuchlerisch führungstreu waren, nachgezogen. Diese Entwicklung setzt sich fort bis in die höchste Etage, danach kommt dann die Kommunalpolitik ins Spiel.

Wer immer die höchste Autorität war, er hat dies Verhalten gefördert oder zumindest toleriert.

Er muß mindestens einmal vor der Alternative gestanden haben, entweder zu tolerieren oder zu unterbinden. Er hat sich für tolerieren entschieden.
Welche Informationen, die richtig waren, oder die er nur dafür hielt, könnten ihn zu diesem Entschluß gebracht haben?

Wenn Sie die haben, dann finden Sie auch Erklärungen zu anderen Verhaltensweisen.

"nur gruppenleitertreue Mitarbeiter gefördert."
Grundsätzlich können wir Aufgaben nur an diejenigen delegieren, die sie auch einigermaßen in unserem Sinne ausführen werden. Das nicht zu tun wäre ein Verstoß gegen unsere Pflichten als Arbeitnehmer.
Dies gilt natürlich nur für die dienstlichen Belange, die persönlichen müssen zurückstehen.

: Krank, krank, krank ...... daran wird Deutschland zugrunde gehen.
Wenn's die anderen besser machen - und ich fürchte, wir leiden besonders an den Nebenwirkungen des Landes der Dichter, Denker, Bürokraten und Besserwisser.

: Führungskräfte umgeben sich mit getreuen Gefährten und ächten ihre Kritiker.
a) ja, notwendig. b) ist ein Merkmal einer schwachen Führungskraft, von der nur Minderergebnisse zu erwarten sind.

: Ich habe einen entfernten Bekannten, 60000 MA-Unternehmen weltweit... Er zieht ganz bewußt nur die Führungskräfte nach oben, die ihm in seiner Position in keiner Weise gefährlich werden oder angreifen können. Höher als er qualifizierte MA werden bereits auf einer niedrigeren Karrierestufe ausgebremst.

"Erstklassige Männer stellen erstklassige Mitarbeiter ein, zweitklassige jedoch nur drittklassige." Verfasser unbekannt

: Preisfrage: Wie verhalten sich die Führungskräfte? Verhaltensforschung in Führungsetagen ist immer eine Diskussion wert.

Schon. Aber Führungsetagenbewohner sind von derselben Art wie die Hallenbodenbewohner.
Das merkt der Halenbodenbewohner, wenn er aufsteigt - und sich plötzlich genauso verhalten muß.


: Wenn mein Bekannter erfahren möchte, was an der Basis läuft, muss er immer noch zu Basis gehen.

"muß"? Es läßt sich zeigen, wie die Zeit, die er dafür zu opfern meint, tatsächlich eine Investition ist, die ihm viel mehr Zeit erspart. Der Weg der Ersparnis ist nicht gleich sichtbar, er ist ein wenig verwinkelt.
Eine der Wirkungen: Das mittlere Management informiert aufrichtiger, wenn es fürchtet, der Chef wisse schon Bescheid von seinen Besuchen am Fließband.
Eine weitere Wirkung: Je eher die Mitarbeiter meinen "unser Chef weiß wirklich, was Sache ist", desto leichter folgen sie ihm auch.

Man kann es aber auch falsch machen und sehr viel Vertrauen zerstören.
An das Fließband zu gehen und mit den Arbeitern zu reden, ohne die Führungskräfte dazwischen zu verunsichern, ist eine hohe Kunst.

Ciao
Wolfgang Horn



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