Nachtrag: Wasserköpfe und Verhaltensforschung


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Nachricht von Frank Hergt am 02. Juli 2003:

Im Bezug auf: Re: Was ist Prozeßmanagement??? kommentiert von Wolfgang Horn am 02. Juli 2003:

Hallo Wolfgang!

Noch ein Nachtrag zu dem von Dir angesprochenen Wasserkopf. Ich bemühe hier nicht die Kulturlogik, sondern die Verhaltensforschung.
Unsere Vorfahren sind in Gruppen von 10 bis 20 über die Steppe gezogen. An unseren Instinkten hat sich seitdem nichts geändert. D.h. 10 bis 20 Personen sind für uns überschaubar, ein Kreis, in dem sich ein echtes Wir-Gefühl erzeugen und der sich, und das ist mein Punkt, auch führen läßt.
Man braucht also immer für 10 Mitarbeiter einen Vorgesetzten, für 10 Vorgesetzte eine Übervorgesetzten usw. Wenn Du es durchrechnest, kommst Du auf eine Anteil von 10% Führungskräften am Firmenpersonal, unabhängig von der Firmengröße. Es gibt natürlich immer Ecken, wo weniger als 10 Leute geführt werden, dafür aber auch die mit mehr als 10, was unterhalb von 20 auch noch geht.
Wenn es deutlich mehr als 10% Führungskräfte sind, hast Du den Wasserkopf. Bei deutlich weniger wäre ich auch sehr mißtrauisch. Man kann einen Laden auch mit Mangel an Führungspersonal zugrunde richten. Habe ich selbst schon erlebt.
Mit wachsender Firmengröße kommt natürlich noch ein weiteres Problem hinzu: Bei korrekter Führungsstruktur funktioniert die Kommunikation in der unmittelbaren Umgebung noch gut. Aber von ganz oben bis ganz unten sind es bei 10.000 Mitarbeitern bereits 5 Stufen. Wahrscheinlich an manchen Ecken eher 6. Und darüber von ganz oben noch mitzubekommen, was ganz unten läuft, ist fast unmöglich.
Vielleicht nützen Dir die Überlegungen ja für Deine Arbeit.

Schöne Grüße

Frank



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