Moin,
unsere Firma verwendet ein Visio-basiertes Datenbanksystem, bei dem der Prozessfluss dargestellt wird und zu jedem Prozess, soweit die Prozesseigner es für angemessen halten (müssen

), sind ergänzend die erforderlichen Anweisungen an das Kästchen im Prozessfluss angehängt, manchmal auch einfach nur ein kleiner Detailprozess.
Damit wären wir aber erstmal nur beim Nachweis der Beschreibung des Sollprozesses.
Änderungen werden ausgearbeitet durch die Prozessbeteiligten und eventuell notwendige Fachleute, anschließend durch den Prozesseigner wieder frei gegeben.
Damit wären wir wieder nur beim Nachweis der Beschreibung eines neuen bzw geänderten Sollprozesses.
Das mir der Prozesseigner bestätigt, er hätte den Prozess nun eingeführt (mit seinen Teilprozess-Verantwortlichen), würde mir weder als Auditor noch als Geschäftsführer noch als Prozessmanager reichen.
Prozesse müssen Leistung (Ergebnisse) bringen. Diese messe ich an Kennzahlen. Diese Kennzahlen können verschiedenster Natur sein (Effektivität oder Effizienz). Änderungen mache ich nur, um die Prozessleistung zu verbessern (weniger Kosten, schneller, höhere Qualität, weniger Muda - auch in der Verwaltung).
Dies prüfe ich zum einen über die definierten Kennzahlen, zum anderen über Prozessaudits, bei denen eine unabhängige (!) Stelle intern nachweist, dass der (geänderte) Prozess eingehalten wird.
Der Nachweis, dass Änderungen / neue Doks gelesen wurden, ist aus meiner Erfahrung nicht ausreichend, sondern bestenfalls eine Basis. Selbst Schulung ist für mich kein Nachweis, dass ein Prozess eingeführt wurde, sondern nur ein Schritt zur erfolgreichen Einführung.
Leider wahr: Vertrauen ist gut, Nachprüfung ist besser.
Daher haben die Prozesseigner bei uns ausdrücklich das Recht, für Ihren Bereich Prozessaudits durchführen zu lassen, der QMB darf jederzeit sowas ansetzen...
Zusammenfassung: Einführung von Prozessen muss gemessen werden über Kenzahlen oder Audits (das Auditergebnis ist aber auch nur eine Kennzahl). Als Nachweis könnte eine sogenannte Balanced Score Card (Kennzahlkarte) zum Einsatz kommen.
Als Ergänzung: Meine frühere Firma hatte 17000 Mitarbeiter an über 50 Standorten weltweit, meine jetzige rund 4500 Mitarbeiter an 6 Standorten