i, Claus,
warum fällt mir das jetzt erst auf?
"..Kennzahl für die Leute mit Kundenkontakt:
Wie oft habt ihr das Gefühl, dass euer Kunde mit dem, was die Firma leistet, zufrieden ist.
Strichliste und Auswertung einmal pro Halbjahr..."
Unser alter Vertriebschef, vor dem ich sehr viel Respekt habe (nebenbei: in Hamburg bei einer kleinen, aber weltweit tätigen Firma gelernt), der hat sich die doppelte Arbeit
1. Statistik über Kundenzufriedenheit führen, auswerten und berichten,
2. Kombination aus Preisfindung und Prognose Auftragseingang
gespart.
Stattdessen hat er
1. Äußerungen über Enttäuschungen der Kunden sofort weitergegeben und für Abhilfe gesorgt,
2. Sein "Bauchgefühl" über das Interesse der Kunden an unseren Produkten in die Preisfindung einfließen lassen nach dem Motto: "Kunde darf ruhig fluchen, unsere Preise seien zu hoch, wenn sich nur genügend Kunden gegen unsere Konkurrenz und für uns entscheiden!"
Allgemeine Zufriedenheit der Kunden wäre für ihn der Anlaß gewesen, die Preisschraube um so viele Nocken hinauf zu drehen, daß nur genügend Kunden ihre Kaufverträge nur unter heftiger Äußerung von Unmut unterschrieben hätten.
Die Firma existiert noch heute, ist in ihrer Marktnische fast Monopolist, "brummt" und sucht Ingenieure.
Aus dieser Sicht halte ich "Messung der Kundenzufriedenheit" für "wir verarschen unsere Zulieferer, wir reden ihnen so lange ein, wir wären höchst unzufrieden über ihre hohen Preise, bis sie uns ihr Gold zu halben Fertigungskosten verkaufen!"
Sondern für Unternehmen, die trotz Konkurrenz wachsen wollen, müßte es eher heißen: "Wir bestimmen die Schmerzgrenze unserer Kunden!"
Aber nicht durch Befragen der schauspielerisch jammernden Kunden. Sondern mit Blick auf deren Bedarf und dem Angebot unserer Konkurrenz.
Ciao
Wolfgang